Kurzantwort
Eine Mindmap ordnet ein Thema als Bild: Das Thema steht in der Mitte, Unterthemen gehen als Äste davon ab, und auf jedem Ast steht ein Schlüsselwort. Für die erste Mindmap reichen ein großes Blatt im Querformat und mehrere Farbstifte.
Was ist eine Mindmap?
Das Wort kommt aus dem Englischen: mind heißt Gedanken, map Karte. Der Duden empfiehlt die Schreibweise „Mindmap“, „Mind-Map“ ist ebenfalls richtig. Bekannt gemacht hat die Methode der britische Autor Tony Buzan in den Siebzigerjahren mit seinem Buch „Use Your Head“.
Eine Mindmap eignet sich, um Gedanken zu sammeln und zu sortieren, sich einen Überblick über ein großes Thema zu verschaffen und Zusammenhänge sichtbar zu machen. Vor einer Prüfung dient sie als Übersicht über den Stoff.
Mindmap erstellen: Schritt für Schritt
1. Blatt quer legen
Ein großes, weißes Blatt im Querformat bereitlegen, DIN A4 oder besser DIN A3, dazu verschiedenfarbige Stifte.
2. Das Thema in die Mitte schreiben
Das Thema kommt genau in die Mitte und wird mit einem Kreis oder einer Wolke umrahmt, zum Beispiel „Wasser“.
3. Hauptäste zeichnen
Für jedes Unterthema geht ein Hauptast von der Mitte aus, am besten jeder in einer eigenen Farbe.
4. Schlüsselwörter und Unteräste ergänzen
Auf jeden Ast kommt ein Schlüsselwort. Details hängen als Unteräste an den Hauptästen, vom Allgemeinen zum Besonderen.
5. Symbole und Markierungen einfügen
Kleine Zeichnungen und markierte Fachbegriffe helfen, sich die Inhalte zu merken.
6. Ordnen und zum Lernen nutzen
Wird die erste Mindmap unübersichtlich, lohnt es sich, sie neu zu zeichnen: Oberbegriffe auf die Hauptäste, passende Begriffe an die Zweige. Zum Lernen kann man einzelne Äste abdecken und aus dem Kopf ergänzen; so fragt man sich selbst ab.
Regeln für eine Mindmap
- Das Thema steht in der Mitte, alles andere wächst von dort nach außen.
- Hauptäste tragen die Unterthemen, Unteräste die Einzelheiten.
- Auf jedem Ast steht nur ein Schlüsselwort, kein ganzer Satz.
- Farben trennen die Unterthemen, Bilder und Symbole helfen beim Merken.
- Das Blatt liegt quer, damit die Äste genug Platz haben.
Mindmap Beispiel: Thema Wasser
| Hauptast | Unteräste |
|---|---|
| Kreislauf | verdunsten, Wolke, Regen, Fluss, Meer |
| Formen | flüssig, Eis, Dampf |
| Nutzen | trinken, waschen, Pflanzen gießen |
| Schützen | sparen, sauber halten |
Mindmaps in der Grundschule
Der Landesbildungsserver Baden-Württemberg zeigt ein Unterrichtsbeispiel für die vierte Klasse: Die Kinder sammeln in Gruppen Ideen, zeichnen die Mindmap zuerst von Hand und übertragen sie danach am Computer. Auch das Merkblatt der Staatlichen Schulberatung in Bayern arbeitet mit einem Beispiel aus der vierten Klasse, und Niedersachsen nennt die Mindmap im Englischunterricht der Grundschule, um Wortschatz zu ordnen.
Eltern können beim ersten Mal gemeinsam mit dem Kind Unterthemen sammeln. Die Äste zeichnet das Kind am besten selbst: Studien zu verwandten Lernkarten zeigen einen größeren Vorteil, wenn Lernende die Karte selbst erstellen, als wenn sie eine fertige lernen.
Was die Forschung zu Mindmaps sagt
In einer Studie mit 50 Medizinstudierenden behielt nur die Gruppe, die mit Mindmaps lernte, ihren Vorsprung nach einer Woche; motiviert waren diese Teilnehmenden allerdings weniger. Größere Auswertungen gibt es zu Concept Maps, einer verwandten Form. Eine Metaanalyse mit über 11.000 Teilnehmenden fand einen deutlichen Vorteil, der größer war, wenn die Lernenden die Karte selbst erstellten. Für die Mindmap allein fehlen solche großen Auswertungen.
Mindmap, Concept Map oder Sketchnotes?
Eine Mindmap wächst von einem Thema in der Mitte nach außen. Eine Concept Map verbindet Begriffe frei miteinander und beschriftet die Verbindungen, etwa mit „führt zu“. Sketchnotes sind Mitschriften aus kurzen Texten und einfachen Zeichnungen ohne feste Form; sie können wie eine Mindmap aufgebaut sein.
Häufige Fragen
Wie schreibt man Mindmap?
Der Duden empfiehlt „Mindmap“, auch „Mind-Map“ ist richtig. Als Artikel sind „die“ und „das“ möglich.
Was kommt in die Mitte einer Mindmap?
Das Thema, umrahmt von einem Kreis oder einer Wolke. Von dort gehen die Hauptäste aus.
Was ist der Unterschied zwischen Mindmap und Concept Map?
In der Mindmap wachsen die Äste von einem Thema nach außen. In der Concept Map werden Begriffe frei verbunden und die Verbindungen beschriftet.
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Wann du dich beraten lassen solltest
- Dein Kind tut sich mit dem Ordnen von Stoff oder beim Lernen dauerhaft schwer: zuerst die Lehrkraft oder die Beratungslehrkraft der Schule, danach die schulpsychologische Beratung des Landes.
Quellen
- FachgesellschaftMindmap, die oder das · Rechtschreibung, Bedeutung, Herkunft · Duden · abgerufen 2.10.2026
- BehördeMind-Mapping (Merkblatt) · Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Staatliche Schulberatungsstelle für Schwaben · Stand 5.12.2024
- BehördeMindmapping · Lehrerfortbildungsserver Baden-Württemberg · abgerufen 2.10.2026
- BehördePlanen mit MindMaps · Landesbildungsserver Baden-Württemberg · abgerufen 2.10.2026
- BehördeHandreichung MindMapping · Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB) · abgerufen 2.10.2026
- BehördeMaterialband für den Übergang Grundschule – Sekundarbereich I: Englisch · Wortschatz strukturieren und speichern · Niedersächsisches Kultusministerium · abgerufen 2.10.2026
- FachgesellschaftThe efficacy of the ‚mind map‘ study technique · Farrand, Hussain, Hennessy, Medical Education · abgerufen 2.10.2026
- FachgesellschaftStudying and Constructing Concept Maps: A Meta-Analysis · Schroeder, Nesbit, Anguiano, Adesope, Educational Psychology Review · abgerufen 2.10.2026