Lerntechniken

Kurzantwort

Am besten belegt sind zwei Lerntechniken: sich selbst abfragen und den Stoff über mehrere Tage verteilt wiederholen. Markieren und mehrmaliges Durchlesen bringen dagegen wenig, und feste Lerntypen gibt es nach heutigem Forschungsstand nicht.

Welche Lerntechniken nachweislich helfen

Eine viel zitierte Übersichtsarbeit um den US-Psychologen John Dunlosky hat zehn verbreitete Lerntechniken anhand der vorhandenen Studien bewertet. Zwei schneiden gut ab, weil sie in vielen Altersgruppen, Fächern und Aufgaben wirken: das Abfragen, also Üben mit Fragen oder Karteikarten, und das verteilte Lernen, also mehrere kürzere Lerneinheiten statt einer langen kurz vor der Prüfung.

LerntechnikWas man tutNutzen laut Übersichtsarbeit
Abfragensich selbst prüfen, etwa mit Karteikarten oder Übungsfragenhoch
Verteiltes Lernenden Stoff auf mehrere Tage verteilen und wiederholenhoch
Nach dem Warum fragenzu einem Fakt erklären, warum er stimmtmittel
Sich selbst erklärenin eigenen Worten erklären, was man gerade lernt oder wie man vorgehtmittel
Gemischt übenverschiedene Aufgabenarten abwechselnd statt nacheinander übenmittel
Zusammenfassendas Wichtigste in eigenen Worten aufschreibengering
MarkierenWichtiges unterstreichen oder farbig hervorhebengering
Schlüsselwort-Merkhilfeein Wort über ein ähnlich klingendes Bild merkengering
Bildliche Vorstellungsich zu einem Text Bilder vorstellengering
Wiederlesenden Stoff mehrmals durchlesengering
Bewertung nach der Übersichtsarbeit von Dunlosky und anderen in „Psychological Science in the Public Interest“. „Gering“ heißt: hilft nur unter bestimmten Bedingungen oder ist zu wenig belegt.

Die Lernmethoden auf den folgenden Seiten setzen diese Prinzipien um: Die Lernkartei verbindet Abfragen mit wachsenden Abständen, ein Lernplan verteilt den Stoff. Eine Mindmap oder Sketchnotes helfen, Stoff zu ordnen und Wort und Bild zu verbinden.

Lerntechniken im Überblick

Wie die Pomodoro-Technik, die Loci-Methode, die Lernkartei nach Leitner und ein Lernplan funktionieren, steht unter Lernmethoden. Anleitungen zum Ordnen von Stoff gibt es für die Mindmap und für Sketchnotes. Warum Tests auf den eigenen Lerntyp wenig aussagen, erklärt die Seite Lerntypen.

Lerntechniken in der Grundschule

Lerntechniken lernen Kinder in der Schule nach und nach. Für Mindmaps gibt es Unterrichtsbeispiele schon für die vierte Klasse, etwa vom Landesbildungsserver Baden-Württemberg. Niedersachsen nennt die Mindmap im Englischunterricht der Grundschule, um Wortschatz zu ordnen, und die Vokabelkartei für die Klassen 5 und 6. Wann welche Technik im Unterricht vorkommt, unterscheidet sich nach Land und Schule.

Wie Eltern beim Lernen begleiten

Die Staatliche Schulberatung in Bayern rät Eltern, Hilfe anzubieten, wenn das Kind fragt, und seine Selbstständigkeit zu fördern, statt nur zu kontrollieren. Mischen sich Eltern bei sinkenden Noten stärker ein, führt das vor allem bei älteren Kindern eher zu schlechteren Ergebnissen.

Hilfreich sind ein ablenkungsfreier Platz, ein Wochenplan, bei dem Eltern jüngeren Kindern beim Planen helfen, und klar begrenzte Arbeitsphasen mit kurzen Pausen. Beim Abfragen lohnt es sich, nicht der Reihe nach vorzugehen, sondern durcheinander. Als Orientierung für die tägliche Arbeitszeit nennt die Schulberatung etwa eine Stunde, je nach Jahrgangsstufe auch etwas mehr. Welche Tisch- und Sitzhöhe zum Kind passt, steht unter Schreibtisch für Schulkinder.

Häufige Fragen

Welche Lerntechnik ist am effektivsten?

Sich selbst abfragen und den Stoff verteilt über mehrere Tage wiederholen. Beides schneidet in der großen Übersichtsarbeit zu Lerntechniken am besten ab.

Bringt Markieren beim Lernen etwas?

Wenig. Markieren und mehrmaliges Durchlesen bewertet die Übersichtsarbeit zu Lerntechniken nur mit geringem Nutzen.

Wie viel Zeit am Tag sollte ein Schulkind lernen?

Die Staatliche Schulberatung in Bayern nennt als Orientierung für Hausaufgaben und Lernen etwa eine Stunde am Tag, je nach Jahrgangsstufe etwas mehr.

Mehr zu Lerntechniken

Wann du dich beraten lassen solltest

  • Dein Kind tut sich trotz Übung dauerhaft schwer oder wirkt überfordert: zuerst die Lehrkraft oder die Beratungslehrkraft der Schule, danach die schulpsychologische Beratung des Landes.
  • Streit ums Lernen und um Hausaufgaben belastet die Familie: eine Erziehungsberatungsstelle, meist beim Jugendamt oder bei einem freien Träger.

Quellen

  1. FachgesellschaftImproving Students’ Learning With Effective Learning Techniques · Bd. 14, Heft 1 · Dunlosky, Rawson, Marsh, Nathan, Willingham, Psychological Science in the Public Interest · abgerufen 2.10.2026
  2. BehördeHausaufgaben mit Rückenwind – so können Eltern begleiten · Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Staatliche Schulberatung · Stand 27.5.2025
  3. BehördePlanen mit MindMaps · Landesbildungsserver Baden-Württemberg · abgerufen 2.10.2026
  4. BehördeMaterialband für den Übergang Grundschule – Sekundarbereich I: Englisch · Wortschatz strukturieren und speichern · Niedersächsisches Kultusministerium · abgerufen 2.10.2026

Aktualisiert am 5.10.2026 · Geprüft am 2.10.2026 · Elternweiser

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