Schimpfwörter und Fäkalsprache bei Kindern

Kurzantwort

Schimpfwörter und Fäkalsprache kommen bei Kindern im Kindergartenalter oft vor: Sie probieren aus, wie die Wörter wirken, häufig ohne ihre Bedeutung zu kennen. Am meisten helfen eine ruhige Reaktion ohne viel Aufmerksamkeit, ein Gespräch über verletzende Wörter und Eltern, die selbst nicht schimpfen.

Warum Kinder Schimpfwörter benutzen

  • Neugier: Kinder schnappen Wörter bei Eltern, Geschwistern, in Kita, Schule oder Medien auf und probieren sie aus.
  • Reiz des Verbotenen: Schimpfwörter sind tabu, und genau das macht sie spannend.
  • Aufmerksamkeit: Ein lautes „schlimmes Wort“ bringt sofort eine Reaktion der Erwachsenen; Entsetzen kann Kinder sogar anstacheln.
  • Wut und Müdigkeit: Kleinere Kinder können ihren Ärger oft noch nicht anders ausdrücken.

Wie Eltern reagieren können

  • Selbst Vorbild sein: Wer zu Hause oder im Auto schimpft, hört die Wörter bald vom Kind.
  • Wenig Aufmerksamkeit schenken: Bei Kindergartenkindern ruhig bleiben, nicht schimpfen und nicht lachen. Ohne Reaktion wird das Wort schnell langweilig.
  • Nachfragen statt verbieten: Ein Verbot allein hilft wenig. Besser fragen, warum das Kind das Wort benutzt, und gemeinsam Alternativen suchen.
  • Ersatzwörter erfinden: Lustige Fantasiewörter erlauben, Dampf abzulassen, ohne jemanden zu verletzen.
  • Klare Grenze bei Abwertung: Wörter, die andere herabsetzen oder diskriminieren, sexuelle Wörter und derbe Fäkalwörter besprechen und nicht dulden. Älteren Kindern auch die Bedeutung erklären.
  • Medien begleiten: Mitschauen, welcher Ton in Sendungen und Spielen herrscht.

Kinder, die in einem stabilen Umfeld aufwachsen, verlieren meist schnell das Interesse an solchen Wörtern. Beschimpft ein Kind andere dauerhaft und verletzend, hilft ein Gespräch mit Kita oder Schule, bei anhaltenden Problemen eine Erziehungsberatungsstelle.

Häufige Fragen

Ist Fäkalsprache bei Kindern normal?

Ja, im Kindergartenalter probieren viele Kinder solche Wörter aus. Meist verliert sich das Interesse wieder, wenn Erwachsene gelassen reagieren.

Sollte ich Schimpfwörter verbieten?

Ein Verbot allein hilft wenig. Besser: ruhig bleiben, selbst Vorbild sein und abwertende Wörter im Gespräch klar zurückweisen.

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Quellen

  1. Behörde„Blöde Kuh sagt man nicht“ – Schimpfwörter und ihre Wirkung auf Kinder und Eltern · Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP), Familienhandbuch · Stand 6.4.2016

Aktualisiert am 5.10.2026 · Geprüft am 1.10.2026 · Elternweiser

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