Trotzphase

Kurzantwort

Die Trotzphase, auch Autonomiephase genannt, beginnt meist ab der Mitte des zweiten Lebensjahres. Mit wachsender Sprache wird sie oft schwächer, nach dem dritten Geburtstag werden Trotzanfälle in der Regel seltener.

Wie lange die Trotzphase dauert

Alle Kinder trotzen mehr oder weniger; wie oft und wie heftig, ist sehr verschieden. Gehäuft treten Trotzanfälle ab der Mitte des zweiten Lebensjahres auf, also mit etwa eineinhalb Jahren. Mit Beginn des dritten Lebensjahres und sobald dein Kind besser sprechen kann, nimmt ihre Heftigkeit oft schon wieder ab; nach dem dritten Geburtstag werden sie in der Regel seltener. Die Trotzphase ist ein normaler Entwicklungsschritt.

Warum Kinder trotzen

Dein Kind nimmt sich zunehmend als eigene Person wahr, will mehr selbst machen und entdeckt seinen Willen. Hinter jedem Trotzanfall stecken enttäuschte Erwartungen: Es will etwas tun oder haben und stößt an eigene Grenzen oder an deine, oder etwas Gewohntes fällt plötzlich weg. Mit diesen starken Gefühlen kann es noch nicht umgehen. Dann tobt es, ist bockig, verkriecht sich und ist für den Moment nicht ansprechbar, oder es reißt sich los und läuft weg. Mit Böswilligkeit hat das nichts zu tun.

Was in der Trotzphase hilft

Vielen Trotzanfällen kannst du vorbeugen:

  • Lass deinem Kind genug Freiraum, in dem es Neues ausprobieren darf.
  • Setz Grenzen dort, wo sie wichtig sind, etwa bei Gefahr, und prüfe bei Verboten, ob sie wirklich nötig sind. Bei einem sinnvollen „Nein“ bleibst du und erklärst es.
  • Biete eine Alternative oder einen Kompromiss an, wenn du einen Wunsch abschlagen musst.
  • Kündige Wechsel früh an, etwa dass das Spiel gleich endet, weil es Essen gibt.
  • Lenk ab, wenn sich dein Kind über etwas ärgert.

Im Trotzanfall selbst:

  • Bleib möglichst gelassen und schenk dem Anfall wenig Beachtung, solange dein Kind nicht in Gefahr ist.
  • Bleib bei deinem Kind und warte, bis es sich so weit beruhigt hat, dass es ansprechbar ist.
  • Bestraf dein Kind nicht und weise es nicht ab. Das macht Trotzanfälle eher häufiger und heftiger.
  • Gib aber auch nicht nach: Kauf im Supermarkt nicht doch, was du vorher abgelehnt hast.
  • Sprich danach mit deinem Kind über seine Gefühle. Zeig ihm, dass dir sein Verhalten nicht gefällt, du aber nicht es selbst ablehnst. Wenn dein Kind dabei schimpft: Schimpfwörter bei Kindern.

Die Trotzphase ist für Eltern anstrengend, besonders in der Öffentlichkeit. Wer sich hilflos oder schuldig fühlt, ist damit nicht allein; falsch gemacht hast du deshalb nichts.

Häufige Fragen

Wann beginnt die Trotzphase?

Meist ab der Mitte des zweiten Lebensjahres, also mit etwa eineinhalb Jahren.

Wann hört die Trotzphase auf?

Mit wachsender Sprache werden Trotzanfälle oft schwächer, nach dem dritten Geburtstag in der Regel seltener.

Soll man ein Kind für einen Trotzanfall bestrafen?

Nein. Strafe macht Trotzanfälle eher häufiger und heftiger. Besser ist es, ruhig zu bleiben, beim Kind zu bleiben und danach über seine Gefühle zu sprechen.

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Wann du dich beraten lassen solltest

  • Die Wutanfälle sind sehr häufig und heftig, dein Kind verletzt sich oder andere, oder die Familie ist erschöpft: eine Erziehungsberatungsstelle, meist beim Jugendamt oder bei einem freien Träger.
  • Du machst dir Sorgen um die Entwicklung deines Kindes: die Kinder- und Jugendarztpraxis.

Quellen

  1. BehördeKindliches Trotzverhalten – wie damit umgehen? · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 14.7.2026

Aktualisiert am 5.10.2026 · Geprüft am 2.10.2026 · Elternweiser

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