Giftpflanzen im Garten

Kurzantwort

Unter den Giftpflanzen im Garten sind für Kinder Eisenhut, Herbstzeitlose, Tollkirsche, Schierling, Stechapfel, Rizinus und Engelstrompete besonders gefährlich. Mittelschwere Vergiftungen können unter anderem Eibe, Goldregen, Maiglöckchen, Lebensbaum (Thuja), Oleander und rohe Gartenbohnen auslösen; bei Verdacht gilt: sofort ein Giftinformationszentrum anrufen.

Welche Gartenpflanzen giftig sind

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine Liste besonders giftiger Garten- und Wildpflanzen veröffentlicht. Diese Giftpflanzen sollten dort, wo Kinder spielen, nicht wachsen. Die meisten Vergiftungen mit Pflanzen verlaufen leicht oder ganz ohne Beschwerden. Am häufigsten betroffen sind Kleinkinder, die vor allem Früchte essen, aber auch Blätter in den Mund stecken.

PflanzeGiftige TeileRisiko für Kleinkinder
Eisenhutallehoch
Herbstzeitloseallehoch
Tollkirscheallehoch
Gefleckter Schierlingallehoch
WasserschierlingBlätter, Wurzelhoch
Stechapfelallehoch
Engelstrompeteallehoch
Rizinus (Wunderbaum)Samenhoch
Schwarzes Bilsenkrautallehoch
Weißer Germerallehoch
Prachtlilie (Ruhmeskrone)allehoch
Eibealle außer dem roten Fruchtfleischmittel
Lebensbaum (Thuja)allemittel
Sadebaum (Stinkwacholder)allemittel
Goldregenallemittel
Blauregen (Glyzinie)Samenmittel
RobinieSamenmittel
Seidelbastallemittel
Oleanderallemittel
Rhododendron, AzaleeBlätter, Blüten, Nektarmittel
MaiglöckchenBlüten, Samen, Blättermittel
Fingerhutallemittel
Ritterspornallemittel
Christrose (Nieswurz)allemittel
Narzisse, OsterglockeBlätter, Zwiebelnmittel
KaiserkroneZwiebeln, Knollenmittel
Gefleckter Aronstaballemittel
Gartenbohne, Feuerbohne (roh)Samen, Früchtemittel
Schwarzer Holunderrohe Früchte, Blättermittel
Wilder Wein (Jungfernrebe)Früchtemittel
ZierkürbisFrüchtemittel
Wolfsmilch-Artenalle, besonders der Milchsaftmittel
Riesen-Bärenklau, Wiesen-Bärenklauallemittel
Schöllkrautallemittel
Auswahl nach der Liste besonders giftiger Gartenpflanzen und einheimischer Pflanzen in der freien Natur des BfR. Hoch: Schon kleine Mengen können bei Kleinkindern schwere, möglicherweise lebensbedrohliche Vergiftungen auslösen. Mittel: Schon kleine Mengen können mittelschwere Vergiftungen auslösen.

Was bei Verdacht auf eine Vergiftung zu tun ist

1. Pflanzenreste aus dem Mund holen

Bleib ruhig. Hol alle Reste der Pflanze aus dem Mund deines Kindes und heb sie auf. Sie helfen später, die Pflanze zu bestimmen.

2. Giftinformationszentrum anrufen

Ruf das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes an (Nummern unten) oder geh in eine Arztpraxis oder Klinik. Ist dein Kind bewusstlos oder hat es Atemnot, wählst du sofort den Notruf 112.

3. Angaben bereithalten

Am Telefon wirst du gefragt: Um welche Pflanze geht es? Welche Teile hat dein Kind gegessen, und wie viel? Wann war das? Wie alt ist dein Kind, wie viel wiegt es ungefähr, und wie geht es ihm gerade? Kennst du den Namen der Pflanze nicht, hilft ein Foto, besonders bei Bäumen und Sträuchern.

4. Wasser oder Tee zu trinken geben

Als erste Maßnahme kann dein Kind ein bis zwei Gläser Wasser oder Tee in kleinen Schlucken trinken. Gib keine Milch, sie kann die Aufnahme mancher Giftstoffe fördern, und auf keinen Fall Salzwasser: Das kann für kleine Kinder lebensgefährlich sein. Löse kein Erbrechen aus, und gib einem bewusstlosen Kind nichts zu trinken. Alles Weitere nur nach ärztlichem Rat.

5. Pflanze mitnehmen

Musst du in eine Praxis oder Klinik, nimm die Pflanze oder die Pflanzenreste mit und sag, was das Giftinformationszentrum geraten hat.

Giftnotruf in Deutschland

GiftinformationszentrumNotruf
Berlin: Giftnotruf der Charité, für Berlin und Brandenburg030 19240
Bonn: Informationszentrale gegen Vergiftungen, für Nordrhein-Westfalen0228 19240
Erfurt: Gemeinsames Giftinformationszentrum für Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen0361 730730
Freiburg: Vergiftungs-Informations-Zentrale am Universitätsklinikum0761 19240
Göttingen: Giftinformationszentrum-Nord für Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein0551 19240
Mainz: Giftinformationszentrum für Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland06131 19240
München: Giftnotruf München am Klinikum rechts der Isar089 19240
Nach dem Verzeichnis der Giftinformationszentren des BfR und den Angaben des BIÖG. Alle sind rund um die Uhr erreichbar. Ist das Zentrum für dein Bundesland nicht erreichbar, ruf ein anderes an.

Garten kindersicher bepflanzen

Aus einem Garten mit kleinen Kindern sollten Giftpflanzen möglichst verschwinden, sehr giftige erst recht. Frag beim Pflanzenkauf nach der Giftigkeit, und beschrifte deine Pflanzen, damit du im Notfall den Namen weißt. Behalte dein Kind im Garten im Blick: Schon Kleinkinder lernen recht schnell, was man essen darf und was nicht. Welche Küchenkräuter sich im Beet ziehen lassen: Kräuter ziehen.

Hecke und Zaun ohne Giftpflanzen

Eibe, Lebensbaum (Thuja) und Sadebaum sind beliebte Heckenpflanzen, stehen aber auf der Liste des BfR. Dort, wo Kinder spielen, sind sie als Hecke ungeeignet. Wer eine Hecke oder Begrenzung neu pflanzt, wählt besser Pflanzen, die nicht auf der Liste stehen, und fragt beim Kauf nach. Anregungen für eine naturnahe Gartenbegrenzung mit Sträuchern und Stauden gibt es bei Gartenhändlern; auch dort lohnt der Abgleich mit der Liste.

Weitere Gefahren im Garten

Teiche und Becken grenzt du mit einem mindestens 1 Meter hohen Zaun ab, den dein Kind nicht überklettern kann, Regentonnen verschließt du kindersicher. Auch im Planschbecken bleibt dein Kind nie unbeaufsichtigt. Pflanzenschutz- und Düngemittel gehören verschlossen aufbewahrt, Gartengeräte weggeräumt. Worauf du bei einer Feier im Garten achtest: Geburtstag im Garten feiern.

Häufige Fragen

Was tun, wenn ein Kind von einer giftigen Pflanze gegessen hat?

Pflanzenreste aus dem Mund holen, ein Giftinformationszentrum anrufen und Wasser oder Tee zu trinken geben. Keine Milch, kein Salzwasser, kein Erbrechen auslösen. Bei Bewusstlosigkeit oder Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.

Welche Gartenpflanzen sind für Kinder am gefährlichsten?

Unter anderem Eisenhut, Herbstzeitlose, Tollkirsche, Schierling, Stechapfel, Rizinus und Engelstrompete. Schon kleine Mengen können bei Kleinkindern schwere Vergiftungen auslösen.

Ist die Eibe für Kinder giftig?

Ja. Bis auf das rote Fruchtfleisch sind alle Teile giftig, auch die Samen in den roten Beeren. Das BfR stuft sie mit mittlerem Vergiftungsrisiko ein.

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Wann du dich beraten lassen solltest

  • Verdacht auf eine Vergiftung: das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes, rund um die Uhr.
  • Bewusstlosigkeit, Atemnot oder ein Kind, das nicht mehr richtig reagiert: sofort den Notruf 112.

Quellen

  1. BehördeGiftpflanzen – Wie kann man sich schützen, und was ist bei einer Vergiftung zu tun? · FAQ · Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · Stand 14.3.2025
  2. BehördeBekanntmachung einer Liste besonders giftiger Gartenpflanzen und einheimischer Pflanzen in der freien Natur · BAnz AT 02.07.2021 B4 · Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · Stand 2.7.2021
  3. BehördeDas Kind im Garten – aber ohne Risiko · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 9.8.2024
  4. BehördeIm Vergiftungsfall handeln · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 5.5.2025
  5. BehördeGiftnotrufzentralen (Giftnotruf) · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 31.5.2025
  6. BehördeVergiftungen und Verätzungen verhindern · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 11.7.2024

Aktualisiert am 5.10.2026 · Geprüft am 5.10.2026 · Elternweiser

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