Kurzantwort
Im ersten Lebenshalbjahr sind Stürze, vor allem vom Wickeltisch, und Ersticken die größten Gefahren für ein Baby; sobald es mobil wird, kommen Verbrühungen und Vergiftungen dazu. Babysicher wird die Wohnung, wenn Steckdosen, Treppen, Fenster, Herd, Möbel, Putzmittel und Medikamente gesichert sind, bevor das Kind krabbelt.
Die häufigsten Unfälle nach Alter
| Alter | Größte Gefahren zu Hause |
|---|---|
| erstes Lebenshalbjahr | Stürze vom Wickeltisch, vom Sofa oder aus der Babywippe; Ersticken durch Bettzeug, Schnüre oder eingeatmete Kleinteile |
| zweites Lebenshalbjahr | zusätzlich Stürze an Treppen und aus dem Hochstuhl, Verbrühungen mit heißen Getränken, Vergiftungen mit Putzmitteln und Medikamenten |
| 1 bis 3 Jahre | umkippende Möbel und Fernseher, Fensterstürze, Verbrühungen am Herd, Ertrinken schon in flachem Wasser |
Zwischen sieben und zehn Monaten beginnen die meisten Kinder, sich fortzubewegen. Spätestens dann sollte die Wohnung babysicher sein. Neun von zehn Vergiftungsunfällen betreffen Kinder zwischen zehn Monaten und vier bis fünf Jahren.
Checkliste nach Räumen
Überall in der Wohnung
- Steckdosensicherungen anbringen, auch an Mehrfachsteckdosen.
- Kabel fest verlegen, nichts herunterhängen lassen, Elektrogeräte nach Gebrauch wegräumen.
- Treppenschutzgitter an Treppen und, wo nötig, an Türen.
- Kleinteile wie Knöpfe, Münzen, Nüsse und Knopfbatterien außer Reichweite.
- Giftige Zimmerpflanzen entfernen, Zigaretten und Aschenbecher wegräumen.
- Ecken und Kanten an Möbeln abpolstern, Teppiche rutschfest hinlegen.
Küche
- Töpfe mit dem Griff nach hinten stellen, bevorzugt die hinteren Kochfelder nutzen, ein Herdschutzgitter anbringen.
- Das Backofenfenster abdecken, wenn es nicht aus wärmedämmendem Glas ist.
- Auf Tischdecken verzichten und auf herabhängende Kabel von Wasserkocher und Fritteuse achten.
- Putz- und Reinigungsmittel hoch und verschlossen aufbewahren, nie in Getränkeflaschen umfüllen.
Bad
- Dein Baby erst in die Wanne setzen, wenn das Wasser eingefüllt und geprüft ist (36 bis 37 Grad Celsius), und es in der Wanne immer festhalten.
- Nie heißes Wasser nachlaufen lassen; den Boiler auf höchstens 50 Grad, feststellbare Regler im Bad auf höchstens 38 Grad einstellen.
- Medikamente in einem verschließbaren Schrank aufbewahren, Elektrogeräte weit weg vom Wasser.
Wohnzimmer
- Regale, Kommoden und Fernseher kippsicher an der Wand befestigen.
- Nichts Heißes trinken, während dein Baby auf dem Schooß oder Arm ist, und Tassen weit weg vom Tischrand abstellen.
- Lampenöle und ätherische Öle außer Reichweite, am besten gar nicht im Haushalt.
Schlafplatz und Kinderzimmer
- Im Bett nur Schlafsack und Matratze, keine Windeln, Tücher oder kleinen Gegenstände; Einzelheiten unter Sicherer Babyschlaf.
- Keine Schnüre, Bänder oder Spielketten über Bett oder Kinderwagen; Schnullerketten nur an der Kleidung, höchstens 10 Zentimeter.
- Ab dem zweiten Lebenshalbjahr das Gitter hoch schließen und die Matratze rechtzeitig absenken.
Fenster und Balkon
- Keine Stühle, Regale oder das Kinderbett direkt am Fenster, damit nichts zur Kletterhilfe wird.
- Fenster- und Türsperren anbringen, durch deren Spalt der Kopf deines Kindes nicht passt.
- Dein Kind beim Lüften und auf dem Balkon nie allein lassen.
Wenn etwas passiert ist
Hat dein Kind etwas verschluckt oder getrunken, das giftig sein könnte, bleib ruhig und ruf das Giftinformationszentrum an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung führt die Liste der Giftinformationszentren mit Notrufnummern. Bei Atemnot, Bewusstlosigkeit oder starken Verbrühungen wählst du sofort den Notruf 112.
Häufige Fragen
Ab wann muss die Wohnung babysicher sein?
Spätestens im zweiten Lebenshalbjahr, bevor dein Kind sich fortbewegt. Die meisten Kinder beginnen damit zwischen sieben und zehn Monaten.
Welche Unfälle passieren Babys zu Hause am häufigsten?
Im ersten Lebenshalbjahr Stürze, vor allem vom Wickeltisch, und Ersticken. Danach kommen Verbrühungen und Vergiftungen hinzu.
Wo erreiche ich den Giftnotruf?
Beim Giftinformationszentrum für dein Bundesland. Die Nummern stehen in der Liste des Bundesinstituts für Risikobewertung.
Mehr zum Baby
- Sicherer BabyschlafCheckliste, Raumtemperatur, Schlafsack
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Wann du dich beraten lassen solltest
- Vergiftungsverdacht: das Giftinformationszentrum deines Bundeslandes.
- Atemnot, Bewusstlosigkeit, schwere Verletzung oder Verbrühung: sofort den Notruf 112.
Quellen
- BehördeEntwicklungsbedingte Unfallschwerpunkte im 1. Lebensjahr · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 29.9.2024
- Behörde„Sicherheitsregeln“ für das 1. Lebensjahr · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 4.9.2024
- BehördeDas Baby in sicherer Umgebung · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 29.9.2024
- BehördeIn einer sicheren Wohnung zur Selbstständigkeit · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 29.9.2024
- BehördeVergiftungen und Verätzungen verhindern · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 11.7.2024
- BehördeVerbrühungen und Verbrennungen · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 11.7.2024
- BehördeGiftinformationszentren in Deutschland · Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · Stand 22.7.2026