Kurzantwort
Fieber hat ein Kind ab 38,5 °C, ein Baby unter drei Monaten schon ab 38 °C; von 37,6 bis 38,4 °C spricht man von erhöhter Temperatur. Ein Baby unter drei Monaten mit Fieber gehört immer in die Kinderarztpraxis, bei Atemnot, einem Krampf oder wenn das Kind kaum ansprechbar ist, rufst du den Notruf 112.
Wann du dich beraten lassen solltest
- Sofort den Notruf 112: Dein Kind ist kaum ansprechbar oder schwer zu wecken, atmet sehr schnell oder hat Atemnot, hat einen Krampfanfall, hat Hautflecken, die beim Draufdrücken nicht verblassen, oder seine Haut ist grau, bläulich oder sehr blass.
- Ohne zu zögern in die Kinderarztpraxis, wenn sie geschlossen ist über den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117: Dein Baby ist jünger als drei Monate und hat 38 °C oder mehr. Dein Kind trinkt kaum, hat seit mehr als zwölf Stunden keinen Urin ausgeschieden, schreit schrill, ist sehr berührungsempfindlich, wirkt schwer krank oder hatte zum ersten Mal einen Fieberkrampf.
- Fieber länger als einen Tag bei Kindern unter zwei Jahren, länger als drei Tage bei älteren Kindern, oder du machst dir Sorgen: deine Kinder- und Jugendarztpraxis.
Ab wann ist es Fieber?
Fieber ist keine Krankheit, sondern eine Abwehrreaktion des Körpers, meist auf eine Infektion. Die Grenzwerte gelten für die Körperkerntemperatur, gemessen im Po oder im Ohr. Bei Babys in den ersten drei Lebensmonaten liegt die Fiebergrenze niedriger, weil sie eine schwere Infektion haben können, ohne hoch zu fiebern.
| Temperatur | Bedeutung |
|---|---|
| 36,5 bis 37,5 °C | normale Körpertemperatur, abends meist etwas höher als morgens |
| 37,6 bis 38,4 °C | erhöhte Temperatur |
| ab 38,5 °C | Fieber; bei Babys unter drei Monaten schon ab 38 °C |
| ab 39 °C | hohes Fieber |
Wie krank ein Kind ist, zeigt die Zahl allein nicht. Ärztinnen und Ärzte bewerten Fieber immer zusammen mit dem Allgemeinzustand, dem Wohlbefinden des Kindes und den Warnzeichen. Ein Kind mit 39 °C, das spielt und trinkt, ist oft weniger krank als eines mit 38,5 °C, das teilnahmslos im Bett liegt.
Fieber richtig messen
Fieber misst du am besten mit einem digitalen Fieberthermometer oder einem Ohrthermometer. Wie genau eine Messung ist, hängt vom Messort und vom Alter des Kindes ab:
| Messort | Für wen | Wie genau |
|---|---|---|
| im Po (rektal), Digitalthermometer | Neugeborene, Babys und Kleinkinder | am genauesten; bei Säuglingen die empfohlene Messung |
| im Ohr, Infrarot-Ohrthermometer | Kinder ab einem Jahr | in den meisten Fällen ausreichend genau; Gebrauchsanweisung genau befolgen |
| an Stirn oder Schläfe, Infrarotthermometer | alle Altersgruppen | ungenauer als Po und Ohr |
| im Mund, unter der Zunge | Jugendliche | fehleranfällig |
| unter der Achsel | niemand | für eine verlässliche Messung nicht geeignet |
So misst du im Po: Leg dein Kind entspannt auf den Rücken, auf die Seite oder bäuchlings auf deinen Schoß. Gib etwas Creme auf die Spitze des Thermometers und führ es vorsichtig ein bis höchstens zwei Zentimeter ein, bis du einen Widerstand spürst. Wenn das Signal ertönt, ziehst du es langsam heraus. Schläft dein Kind, weckst du es zum Fiebermessen möglichst nicht.
Wann mit Fieber zum Arzt?
Ob dein Kind mit Fieber in die Kinderarztpraxis muss, hängt vor allem vom Alter, von der Dauer des Fiebers und davon ab, wie es deinem Kind geht:
| Alter | In die Kinderarztpraxis |
|---|---|
| unter 3 Monaten | immer ab 38 °C; auch darunter, wenn das Baby sehr schlapp ist, schlecht trinkt oder seine Hautfarbe sich verändert |
| 3 Monate bis 2 Jahre | wenn das Fieber länger als einen Tag anhält |
| ab 2 Jahren | wenn das Fieber länger als drei Tage anhält |
| jedes Alter | bei Warnzeichen, wenn das Kind nicht trinken will, nach einem Fieberkrampf, wenn das Fieber immer wieder kommt, trotz fiebersenkender Mittel nicht sinkt oder wenn du dir Sorgen machst |
Warnzeichen sind laut Leitlinie vor allem: Das Kind ist benommen oder kaum ansprechbar, sehr berührungsempfindlich, hat starke Schmerzen, schreit schrill, hat einen Ausschlag aus Punkten oder Flecken, die beim Draufdrücken nicht verblassen, trocknet aus, atmet sehr schnell oder hat eine sehr blasse, graue oder bläuliche Haut. Dann gehört es sofort in ärztliche Hände, bei Atemnot oder Bewusstlosigkeit über den Notruf 112.
Fieber senken: wann es sinnvoll ist
Bei einem sonst gesunden Kind muss Fieber nicht wegen der Höhe der Temperatur gesenkt werden. Die Leitlinie empfiehlt fiebersenkende Mittel nur, wenn das Kind Schmerzen hat oder stark unter dem Fieber leidet. In Frage kommen Paracetamol oder Ibuprofen, Ibuprofen erst ab dem Alter von drei Monaten. Die Dosis richtet sich nach Gewicht und Alter, sie steht in der Packungsbeilage; bei Babys und im Zweifel fragst du die Kinderarztpraxis oder die Apotheke. Acetylsalicylsäure, etwa Aspirin, bekommen Kinder mit Fieber nicht.
Friert dein Kind im Fieberanstieg, hat es kalte Hände und Füße oder Schüttelfrost, deckst du es zu, bis ihm angenehm warm ist. Ist ihm zu warm, reicht eine leichtere Decke. Ausziehen oder in einen kalten Raum stellen solltest du ein fieberndes Kind nicht.
Wadenwickel nennt die Leitlinie als Möglichkeit, wenn das Kind unter dem Fieber leidet und Hände und Füße warm sind. Die Wickel sollen körperwarm sein, nicht kalt, damit der Körper nicht gegensteuert. Bei kalten Händen und Füßen sind Wadenwickel nicht geeignet.
Fieberkrampf: was tun?
Bei einem Fieberkrampf verdreht das Kind die Augen, Arme und Beine werden steif und zucken oder das Kind erschlafft, die Lippen werden bläulich, und es ist kurz bewusstlos. Fieberkrämpfe betreffen etwa drei bis fünf von hundert Kindern, meist zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Die meisten hören nach drei bis vier Minuten von selbst auf und bleiben ohne Folgen.
1. Ruhig bleiben und beim Kind bleiben
Lass dein Kind nicht allein und sprich ruhig mit ihm, auch wenn es dich in diesem Moment nicht hört.
2. Seitlich lagern
Leg dein Kind auf die Seite, so dass Mund und Nase frei sind und du das Gesicht siehst. Lockere enge Kleidung am Hals.
3. Vor Verletzungen schützen
Polstere harte Gegenstände in der Nähe mit Kissen oder Decken ab. Halte dein Kind nicht fest und schüttle es auf keinen Fall.
4. Nichts in den Mund
Gib deinem Kind während des Krampfes nichts zu trinken und nichts zu essen, es könnte ersticken.
5. Zeit messen und den Notruf 112 rufen
Schau auf die Uhr, wie lange der Krampf dauert, und ruf den Notruf 112. Dauert ein Krampf länger als einige Minuten, muss er mit Medikamenten beendet werden.
Nach einem Fieberkrampf gehört dein Kind immer in ärztliche Untersuchung, damit eine andere Ursache ausgeschlossen wird. Fiebersenkende Mittel verhindern Fieberkrämpfe nicht; die Leitlinie rät ausdrücklich davon ab, sie zu diesem Zweck zu geben. Hatte dein Kind schon Fieberkrämpfe, bespricht die Kinderarztpraxis mit dir, ob ein Notfallmedikament sinnvoll ist.
Dreitagefieber
Das Dreitagefieber ist eine Viruserkrankung, die fast alle Kinder bis zum dritten Geburtstag durchmachen. Es beginnt plötzlich mit hohem Fieber, oft über 39,5 °C, das drei bis fünf Tage anhält. Die Kinder wirken dabei oft erstaunlich wenig krank. Sinkt das Fieber, entsteht innerhalb von Stunden ein blassrosa Ausschlag, vor allem an Rumpf und Nacken. Er juckt meist nicht und verschwindet nach Stunden bis wenigen Tagen.
Die Viren werden über Speicheltröpfchen und engen Kontakt übertragen. Sobald der Ausschlag da und das Fieber weg ist, ist das Kind in der Regel nicht mehr ansteckend. Eine Impfung gibt es nicht, behandelt werden nur die Beschwerden; wichtig ist, dass das Kind viel trinkt. Weil hohes Fieber bei kleinen Kindern viele Ursachen haben kann und das Dreitagefieber gelegentlich Fieberkrämpfe auslöst, lass das Fieber in der Kinderarztpraxis abklären.
Fieber nach einer Impfung
Fieber in den ersten Tagen nach einer Impfung ist meist eine normale Impfreaktion. Als übliche Reaktion gilt laut STIKO Fieber unter 39,5 °C, im Po gemessen, für ein bis drei Tage. Nach der Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken kann ein bis drei Wochen später eine leichte „Impfkrankheit“ mit Fieber auftreten; etwa fünf von hundert geimpften Kindern bekommen nach sieben bis zehn Tagen einen masernähnlichen Ausschlag, der nicht ansteckend ist.
Vorbeugend Fiebermittel zu geben, empfiehlt die Leitlinie in der Regel nicht. Eine Ausnahme ist die Impfung gegen Meningokokken B: Hier empfiehlt die STIKO für Kinder unter zwei Jahren Paracetamol zeitgleich mit der Impfung oder kurz danach, weil der Impfstoff häufig Fieber auslöst. Wie viel, sagt dir die Kinderarztpraxis. Welche Impfung wann ansteht, steht im Impfkalender.
Fieber beim Zahnen
Beim Zahnen haben manche Babys eine leicht erhöhte Temperatur. Hohes Fieber kommt nicht vom Zahnen, sondern hat eine andere Ursache und sollte in der Kinderarztpraxis abgeklärt werden. Was beim Zahnen beim Baby normal ist, steht auf der eigenen Seite.
Trinken bei Fieber
Mit Fieber verliert ein Kind über Haut und Atem mehr Wasser. Biete deinem Kind deshalb regelmäßig etwas zu trinken an, am besten Wasser oder warmen milden Tee, und leichte Kost, wenn es Appetit hat. Essen muss es zunächst nicht. Gestillte Babys legst du häufiger an. Kleinen Kindern unter zehn Kilogramm bietest du über den Tag verteilt in kleinen Portionen etwa 100 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht an, zur Not mit dem Löffel.
Will dein Kind gar nicht trinken oder hat es mehr als zwölf Stunden keinen Urin ausgeschieden, droht es auszutrocknen: Dann gehört es in die Kinderarztpraxis.
Wann wieder in Kita oder Schule?
Ein Kind mit Fieber gehört nicht in die Kita oder Schule. Die Leitlinie empfiehlt, dass ein Kind nach dem Fieber mindestens einen Tag fit und fieberfrei ist, bevor es wieder hingeht. Ein Gesetz mit einer festen Frist gibt es für Fieber nicht. Viele Kitas legen eigene Regeln fest, etwa im Betreuungsvertrag; frag im Zweifel bei der Kita-Leitung nach.
Anders ist es bei bestimmten ansteckenden Krankheiten wie Windpocken oder Scharlach. Hier regelt das Infektionsschutzgesetz, wann das Kind wieder kommen darf, siehe Hautkrankheiten bei Kindern.
Kind krank, Eltern zu Hause
Musst du für dein krankes Kind zu Hause bleiben, bekommst du als gesetzlich versicherter Elternteil unter Umständen Kinderkrankengeld. Voraussetzung ist unter anderem, dass das Kind jünger als zwölf Jahre ist und die Kinderarztpraxis bescheinigt, dass es betreut werden muss.
Häufige Fragen
Ab wann hat ein Kind Fieber?
Ab 38,5 °C, gemessen im Po oder im Ohr. Bei Babys in den ersten drei Lebensmonaten schon ab 38 °C. Von 37,6 bis 38,4 °C spricht man von erhöhter Temperatur.
Wo messe ich bei einem Baby am besten Fieber?
Im Po mit einem digitalen Fieberthermometer. Ohrthermometer sind ab einem Jahr meist ausreichend genau, unter der Achsel ist die Messung nicht verlässlich.
Muss ich das Fieber meines Kindes senken?
Nicht wegen der Höhe der Temperatur. Fiebersenkende Mittel sind sinnvoll, wenn das Kind Schmerzen hat oder stark unter dem Fieber leidet.
Helfen Wadenwickel bei Fieber?
Sie können einem Kind guttun, wenn es unter dem Fieber leidet und Hände und Füße warm sind. Die Wickel sollen körperwarm sein, nicht kalt.
Wie lange muss ein Kind nach Fieber zu Hause bleiben?
Bis es mindestens einen Tag fit und fieberfrei ist. Die Kita kann im Betreuungsvertrag eigene Regeln festlegen.
Ist Dreitagefieber ansteckend?
Ja, die Viren werden über Speicheltröpfchen übertragen. Wenn das Fieber weg ist und der Ausschlag kommt, ist das Kind in der Regel nicht mehr ansteckend.
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Quellen
- FachgesellschaftS3-Leitlinie Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen · Version 1.0, Empfehlungen 3.1.1.1, 4.2.1.1, 4.2.1.2, 4.3.1.1, 4.3.3.1, 4.3.4.1, 4.3.5.1, 5.4.1.1, 5.5.1.1, 7.1.1.1 · DGKJ (AWMF-Register 027-074) · Stand 1.5.2025
- BehördeFieber bei Babys und Kindern · Fieber richtig messen, Trinken, Wann bei Fieber ein Arztbesuch dringend ist, Fieberkrampf · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 4.5.2026
- BehördeDrei-Tage-Fieber · Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de · Stand 13.6.2025
- BehördeMasernimpfung: Wirksamkeit, Sicherheit und Kontraindikationen · Was sind übliche Impfreaktionen? Sind Impfmasern ansteckend? · Robert Koch-Institut · abgerufen 4.10.2026
- BehördeSchutzimpfung gegen Meningokokken: Häufig gestellte Fragen · Impfung gegen Meningokokken B im Säuglingsalter · Robert Koch-Institut · abgerufen 4.10.2026
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