Windeln wechseln

Kurzantwort

Beim Windeln wechseln bleibt immer eine Hand am Baby, und alles liegt vorher griffbereit. Der Po wird bei jedem Wechsel mit handwarmem Wasser gereinigt, sanft trocken getupft, bei Rötung dünn mit Wundschutzcreme versorgt, und die frische Windel sitzt sicher, ohne einzuengen.

Windeln wechseln Schritt für Schritt

Windeln wechseln gehört mit mehr als zweitausend Mal im Jahr zu den häufigsten Handgriffen mit Baby. Mit einem festen Ablauf geht es sicher und schnell, und es bleibt Zeit für Nähe: Viele Babys genießen es, beim Wickeln gestreichelt zu werden, nackt zu strampeln und sich mit dir zu „unterhalten“.

1. Alles bereitlegen

Bevor du dein Baby hinlegst, liegt alles in Griffweite: frische Windel, ein Waschlappen nur für den Po und handwarmes Wasser, ein weiches Handtuch, bei Bedarf Wundschutzcreme und frische Kleidung. So musst du dich während des Wickelns nicht wegdrehen. Fehlt doch etwas oder klingelt es, nimmst du dein Baby mit oder legst es auf den Boden.

2. Baby hinlegen, eine Hand bleibt am Kind

Leg dein Baby langsam über die Seite auf den Rücken. Ab jetzt bleibt immer eine Hand an deinem Kind. Auch kleine Babys drehen sich völlig unerwartet, und schon die heftigen Strampelbewegungen der ersten Monate können ein Baby über die Kante rutschen lassen; etwa ab dem dritten Monat rollt es sich auch zur Seite. Erzähl deinem Baby, was du gerade tust, und halte Blickkontakt.

3. Windel öffnen und Po anheben

Öffne die volle Windel. Zum Anheben des Pos umfasst du als Rechtshänder mit der linken Hand den von dir aus rechten Oberschenkel deines Babys und beugst ihn im Hüftgelenk; das andere Bein liegt auf deinem Unterarm. Als Linkshänder machst du es spiegelverkehrt. Krümme dabei die Wirbelsäule nicht zu stark und knicke den Nacken nicht ein. Statt anzuheben, kannst du dein Baby auch an der Hüfte fassen und auf die Seite drehen. Das Wickeln in Seitenlage ist besonders gut für Babys mit Koliken, weil der Bauch nicht eingeengt wird.

4. Po mit Wasser reinigen

Reinige den Po bei jedem Wechsel, am besten mit handwarmem Wasser, auch unter laufendem Wasser. Den Waschlappen nimmst du nur für den Po, wechselst ihn täglich und kochst ihn öfter aus. Bei Mädchen wischst du immer von vorn nach hinten, damit keine Darmbakterien in Scheide und Harnblase gelangen. Bei Jungen schiebst du die Vorhaut nicht zurück; sie ist in den ersten beiden Lebensjahren meist mit der Eichel verklebt. Vergiss die Hautfalten nicht. Baby-Reinigungstücher können die Haut reizen und sind für unterwegs gedacht.

5. Trocken tupfen und Luft heranlassen

Tupfe die Haut sanft, aber gründlich trocken, vor allem in den Falten, wo sonst leicht wunde Stellen entstehen. Wenn es warm genug ist, lass dein Baby ruhig eine Weile nackt strampeln, damit Luft und Licht an den Po kommen.

6. Creme nur bei Bedarf

Gesunde Babyhaut braucht normalerweise keine Creme. Ist die Haut im Windelbereich gerötet, trägst du dünn eine Wundschutzcreme auf, zum Beispiel eine zinkhaltige. Talkumhaltigen Babypuder verwendest du nicht: Eingeatmet kann er die Atemwege schädigen.

7. Frische Windel anlegen

Leg die frische Windel unter den Po und schließe sie so, dass sie sicher sitzt und dicht ist, dein Baby beim Strampeln aber nicht einengt. Einmalwindeln müssen in der Größe passen. Solange der Nabel nicht verheilt ist, liegt die Windel unterhalb des Bauchnabels, damit er trocken bleibt und nichts daran reibt. Danach ziehst du dein Baby an und nimmst es über die Seite hoch.

Wie oft Windeln wechseln

Damit die Haut nicht wund wird, wechselst du die Windel so oft wie möglich und gleich nach jedem Stuhlgang. Anfangs können das drei und mehr volle Windeln und sechs bis acht nasse Windeln am Tag sein. Junge Säuglinge machen die Windel oft während der Mahlzeit voll, deshalb wickelst du am besten danach. Wie der Stuhl in welchem Alter aussieht, steht unter Stuhlgang beim Baby.

Der sichere Wickelplatz

Stürze vom Wickeltisch gehören im ersten Lebensjahr zu den häufigsten Unfällen. Auch kleine Babys drehen sich unerwartet. Am sichersten ist das Wickeln auf dem Boden. Für einen Wickeltisch empfiehlt das BIÖG:

  • Höhe 85 bis 92 Zentimeter, je nach deiner Körpergröße.
  • Wickelfläche mindestens 55 Zentimeter tief und 70 Zentimeter breit, besser 70 × 80 Zentimeter.
  • Erhöhte, gepolsterte Seitenteile von mindestens 20 Zentimetern, auch mit Auflage; abgerundete Ecken.
  • Ein Platz in einer Zimmerecke, so sichern die Wände zwei Seiten.
  • Eine Wickelauflage, die zum Wickeltisch passt, wie in der Gebrauchsanweisung empfohlen.

Lass dein Baby nie allein auf dem Wickeltisch, auch nicht kurz, und übertrage die Aufsicht nicht an Geschwister. Klingelt es oder fehlt etwas, nimmst du dein Baby mit oder legst es auf den Boden. Pflegeartikel und Kleinteile gehören außer Reichweite, eine Puderdose nie auf den Wickeltisch.

Unterwegs wickeln

Unterwegs eignet sich fast jeder sichere Platz zum Windeln wechseln: eine Bank, ein Tisch oder bei warmem Wetter eine Wiese. In Gaststätten und an anderen öffentlichen Orten fragst du nach einem Wickelplatz. Die Wickeltasche ist deshalb immer dabei; hier sind Baby-Reinigungstücher die Ausnahme, für die sie gedacht sind.

Einmalwindeln oder Stoffwindeln

Beide eignen sich, wenn sie Urin und Stuhl aufnehmen, dicht sind und dein Baby sich darin wohlfühlt. Einmalwindeln halten die Haut weitgehend trocken und sind schnell gewechselt, kosten aber mehr und füllen den Müll. Sie müssen in der Größe passen, siehe Windelgröße. Für Stoffwindeln brauchst du etwa 20 Stück mit Verschluss, Einlagen und ein luftdurchlässiges Überhöschen; gewaschen werden sie im Kochwaschgang. Wie das Windelpaket gebunden wird, zeigt dir am besten deine Hebamme.

Wunder Po

Bei den ersten Anzeichen für einen wunden Po wechselst du die Windel häufiger, vor allem direkt nach dem Stuhlgang, trocknest die Hautfalten sorgfältig und lässt so oft wie möglich Luft an die Haut. Öl zum Reinigen brennt auf wunder Haut. Baby-Reinigungstücher können die Haut reizen und sind für unterwegs gedacht. Hält die Entzündung lange an, ist sie sehr stark oder sieht sie nach einer Pilzinfektion aus, geh mit deinem Baby in die Kinderarztpraxis.

Häufige Fragen

Wie oft muss man ein Neugeborenes wickeln?

So oft wie möglich und gleich nach jedem Stuhlgang. Anfangs können das drei und mehr volle und sechs bis acht nasse Windeln am Tag sein.

Sind Feuchttücher für den Babypo geeignet?

Nur ausnahmsweise, zum Beispiel unterwegs, weil sie die Haut reizen können. Zu Hause reicht handwarmes Wasser.

Wie hoch sollte ein Wickeltisch sein?

Je nach Körpergröße 85 bis 92 Zentimeter, mit einer Wickelfläche von mindestens 55 × 70 Zentimetern und Seitenteilen von mindestens 20 Zentimetern.

Mehr zum Baby

Wann du dich beraten lassen solltest

  • Wickeln, Stoffwindeln und Nabelpflege in den ersten Wochen: deine Hebamme.
  • Der Ausschlag im Windelbereich breitet sich aus, hält an oder nässt, oder der Nabel ist gerötet und nässt: die Kinderarztpraxis, in den ersten Wochen auch die Hebamme.

Quellen

  1. BehördeImmer gut gewickelt · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 12.6.2026
  2. BehördeKörperpflege des Babys von Kopf bis Fuß · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 27.5.2026
  3. BehördeDer sichere Wickelplatz · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 28.9.2024
  4. BehördeHautprobleme bei Babys · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 20.5.2026
  5. BehördeDie Nabelpflege des Babys · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 1.6.2026
  6. BehördeEntwicklungsbedingte Unfallschwerpunkte im 1. Lebensjahr · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 29.9.2024
  7. BehördeDas Baby richtig hochnehmen und hinlegen (Infografik) · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · abgerufen 1.10.2026

Aktualisiert am 5.10.2026 · Geprüft am 1.10.2026 · Elternweiser

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