Stillen oder Flasche

Kurzantwort

Empfohlen wird, ein Baby mindestens bis zum Beginn des 5. Monats ausschließlich zu stillen und auch nach Beginn der Beikost weiterzustillen, solange Mutter und Kind es möchten. Wer nicht oder nicht voll stillt, füttert mit der Flasche Säuglingsanfangsnahrung; jede Säuglingsanfangsmilch ist sicher und geeignet.

Stillen oder Flasche im Vergleich

StillenFlasche
SchutzMuttermilch enthält Abwehr- und SchutzstoffeSäuglingsmilch enthält keine Abwehrstoffe
Zubereitungkeine, immer richtig temperiertjedes Mal frisch zubereiten, Flasche und Sauger reinigen
Wer füttertdie Mutter; mit abgepumpter Milch auch anderejede Bezugsperson
Kostengering, eventuell Stillzubehör oder Milchpumpelaufend für Säuglingsmilch, Flaschen und Sauger
Kurzvergleich, eigene Zusammenstellung nach Netzwerk Gesund ins Leben und BIÖG.

Stillen oder Flasche ist keine Frage von guter oder schlechter Mutter. Stillen hat nachgewiesene Vorteile für Kind und Mutter; mit Säuglingsmilch aus der Flasche ist ein Baby ebenfalls gut versorgt, wenn sie richtig zubereitet wird. Auch eine Kombination ist möglich.

Wie lange stillen?

Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt, im ersten Lebenshalbjahr zu stillen, mindestens bis zum Beginn des 5. Monats ausschließlich. Auch nach Einführung der Beikost, spätestens mit Beginn des 7. Monats, wird weitergestillt. Wie lange insgesamt gestillt wird, bestimmen Mutter und Kind.

Welche Säuglingsmilch für die Flasche?

Für die Flasche gibt es Säuglingsanfangsnahrung als Pre- oder 1-Nahrung. Pre-Nahrung enthält wie Muttermilch nur Milchzucker, 1-Nahrung zusätzlich meist Stärke. Beide eignen sich als alleinige Nahrung für das ganze erste Lebensjahr. Folgenahrung (2 oder 3) kann frühestens mit Beginn der Beikost gegeben werden; ein Wechsel ist nicht nötig.

HA-Nahrung enthält teilweise aufgespaltenes Kuhmilcheiweiß. Einen Nachweis, dass sie Allergien vorbeugt, gibt es derzeit für kein Produkt; das Netzwerk Gesund ins Leben gibt deshalb keine Empfehlung für oder gegen eine bestimmte Säuglingsmilch. Spezialnahrungen gibt es nur nach ärztlicher Rücksprache.

Fläschchen sicher zubereiten

  1. Hände waschen und gut abtrocknen.
  2. Frisches Trinkwasser kalt aus der Leitung nehmen und erwärmen; in den ersten Lebensmonaten bietet Abkochen mehr Sicherheit.
  3. Das Pulver nach Packungsangabe einrühren, wenn das Wasser handwarm ist, höchstens 40 Grad.
  4. Immer frisch zubereiten, direkt vor dem Füttern und in einer sauberen Flasche.
  5. Reste wegschütten, nicht aufheben und nicht wieder aufwärmen.
  6. Flasche und Sauger direkt nach der Mahlzeit gründlich reinigen.

Mit der Flasche füttern

Halte dein Baby halb aufrecht und etwas zurückgelehnt im Arm. Wirkt es hungrig, berühre mit dem Sauger leicht seine Lippen und lass es selbst ansaugen. Halte die Flasche so schräg, dass der Sauger gerade mit Milch gefüllt ist. Lässt dein Baby den Sauger los, dreht den Kopf weg oder öffnet den Mund nicht mehr, ist es satt.

Stillen und Flasche kombinieren

Stillen und Fläschchen lassen sich verbinden, etwa mit abgepumpter Muttermilch, die eine andere Bezugsperson gibt. Wie das klappt, ohne dass die Milchmenge zurückgeht, besprichst du am besten mit der Hebamme oder einer Stillberatung.

Keine Muttermilch aus dem Internet

Muttermilch, die privat über das Internet oder im Bekanntenkreis weitergegeben wird, ist für die Säuglingsernährung nicht zu empfehlen. Für sie gibt es keine Sicherheits- und Qualitätsstandards, und über Muttermilch können Infektionen übertragen werden. Das Netzwerk Gesund ins Leben und die Nationale Stillkommission warnen davor. Frauenmilchbanken versorgen nur Früh- und kranke Neugeborene in Kliniken.

Häufige Fragen

Wie lange sollte ein Baby ausschließlich gestillt werden?

Mindestens bis zum Beginn des 5. Monats. Danach wird neben der Beikost weitergestillt.

Ist Pre-Nahrung besser als 1-Nahrung?

Beide sind Säuglingsanfangsnahrung und eignen sich für das ganze erste Lebensjahr. Pre-Nahrung enthält wie Muttermilch nur Milchzucker.

Schützt HA-Nahrung vor Allergien?

Derzeit gibt es für keine Flaschennahrung einen Nachweis, dass sie Allergien vorbeugt.

Muss ich das Wasser für das Fläschchen abkochen?

In den ersten Lebensmonaten bietet Abkochen mehr Sicherheit. Nimm frisches, kaltes Leitungswasser.

Mehr zum Baby

Wann du dich beraten lassen solltest

  • Probleme beim Anlegen, wunde Brustwarzen oder Sorge, dass die Milch nicht reicht: die Hebamme. Die Krankenkasse zahlt bei Stillschwierigkeiten weitere Besuche, bis das Kind neun Monate alt ist.
  • Stillberatung außerhalb der Hebammenhilfe: Still- und Laktationsberaterinnen (IBCLC) oder Stillgruppen, oft über Kliniken und Beratungsstellen.
  • Dein Baby trinkt schlecht, nimmt nicht zu oder spuckt stark: die Kinderarztpraxis.

Quellen

  1. BehördeStilldauer (Handlungsempfehlungen) · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) · Stand 19.8.2016
  2. BehördeWas gehört ins Fläschchen? · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) · Stand 17.3.2026
  3. BehördeBraucht mein Baby HA-Nahrung? · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) · Stand 17.7.2024
  4. BehördeFläschchen fürs Baby zubereiten · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) · Stand 16.12.2024
  5. BehördeTipps für das Füttern mit der Flasche · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) · Stand 2.7.2024
  6. BehördeWie sind private Angebote von Frauenmilch zu beurteilen? · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) · Stand 11.10.2021
  7. BehördeMeine Rechte rund ums Stillen · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) · Stand 4.9.2023
  8. BehördeStillen · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · abgerufen 30.9.2026

Aktualisiert am 5.10.2026 · Geprüft am 1.10.2026 · Elternweiser

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