Stillen bei Krankheit

Kurzantwort

Beim Stillen bei Krankheit gilt: Medizinische Gründe gegen das Stillen sind selten, meist kann die Mutter weiterstillen, und für fast jede Erkrankung gibt es stillverträgliche Medikamente. Jedes Medikament, auch ein rezeptfreies, vorher ärztlich oder in der Apotheke abklären; bei Fieber oder grippeartigen Beschwerden die Ärztin oder den Arzt fragen.

Weiterstillen, wenn die Mutter krank ist

Muttermilch enthält Abwehr- und Schutzstoffe, die das Baby vor Krankheiten schützen. Stillen bei Krankheit ist deshalb meist möglich; medizinische Gründe, die gegen das Stillen sprechen, sind laut Netzwerk Gesund ins Leben selten. Ob im Einzelfall eine Pause nötig ist, etwa bei bestimmten Infektionen oder Medikamenten, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der Arzt.

Für Covid-19 hat die Nationale Stillkommission ausdrücklich empfohlen, weiterzustillen, mit gründlichem Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und einem Mund-Nasen-Schutz.

Medikamente in der Stillzeit

Die meisten Medikamente sind kein Hindernis fürs Stillen; bei richtiger Auswahl kann meist ohne Unterbrechung weitergestillt werden. Stillende nehmen jedes Medikament, auch ein rezeptfreies, nur nach ärztlicher Rücksprache. Du kannst dir schon vorab raten lassen, welche Schmerz- oder Fiebermittel in der Stillzeit geeignet sind, und in Arztpraxis und Apotheke immer sagen, dass du stillst.

Unabhängige Auskunft zu Arzneimitteln in der Stillzeit gibt Embryotox, das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité in Berlin. Es ist öffentlich gefördert, die Beratung ist kostenlos. Die Auskünfte ersetzen nicht die ärztliche Behandlung.

Fieber und Brustentzündung

Hast du beim Stillen Fieber oder grippeartige Beschwerden, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Dahinter kann auch eine Brustentzündung stecken: harte, rote, schmerzende Stellen, oft mit Fieber. Eine Brustentzündung bedeutet nicht, dass du abstillen musst; wenn Bakterien die Ursache sind, gibt es stillverträgliche Antibiotika.

Wenn das Baby Beschwerden bekommt

Steckt sich das Baby trotzdem an, wird es weitergestillt. Bei Babys bis etwa drei Monate gilt schon eine Temperatur ab 38 Grad als Grund, ärztlichen Rat zu holen. Wann Durchfall beim Baby ein Warnzeichen ist, steht unter Stuhlgang beim Baby.

Häufige Fragen

Darf ich in der Stillzeit Medikamente nehmen?

Meist ja. Für fast jede Erkrankung gibt es stillverträgliche Medikamente. Nimm aber jedes Medikament nur nach ärztlicher Rücksprache.

Muss ich bei einer Brustentzündung abstillen?

Nein. Eine Brustentzündung ist kein Grund zum Abstillen. Bei Fieber oder grippeartigen Beschwerden die Ärztin oder den Arzt fragen.

Darf ich mit Covid-19 stillen?

Ja. Die Nationale Stillkommission empfiehlt, weiterzustillen, mit Händewaschen und Mund-Nasen-Schutz.

Mehr zum Baby

Wann du dich beraten lassen solltest

  • Du bist krank und unsicher, ob du weiterstillen kannst, oder brauchst ein Medikament: deine Arztpraxis oder die Apotheke; zusätzlich Embryotox.
  • Fieber, harte und schmerzende Stellen in der Brust: deine Ärztin, dein Arzt oder die Hebamme.
  • Dein Baby hat Fieber, trinkt schlecht oder wirkt krank: die Kinderarztpraxis; nachts und am Wochenende der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Quellen

  1. BehördeBasiswissen Stillen · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) · Stand 23.5.2025
  2. BehördeFragen und Mythen rund ums Stillen · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) · Stand 1.9.2023
  3. BehördeAlkohol und Rauchen in der Stillzeit (mit Abschnitt Medikamente) · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) · Stand 18.5.2026
  4. BehördeCOVID-19-Infektion und Stillen · Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut · Stand 30.8.2021
  5. BehördeStillprobleme · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 30.11.2025
  6. BehördeFieber · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 4.5.2026
  7. BehördeEmbryotox – Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit · Charité – Universitätsmedizin Berlin · abgerufen 30.9.2026

Aktualisiert am 5.10.2026 · Geprüft am 1.10.2026 · Elternweiser

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