Soljanka ist ein süß-säuerlicher Eintopf aus Fleisch, Jagd- oder Fleischwurst, Gewürzgurken und Letscho, der in der DDR sehr verbreitet war. Alles wird angebraten, mit 1,5 Litern Brühe und etwas Gurkenwasser aufgefüllt und 20 bis 30 Minuten gekocht. Serviert wird mit saurer Sahne, Zitrone und Kapern. Direkt zum Rezept

Zutaten
Eintopf
- 400 gmageres Fleisch (Kassler oder Schnitzelfleisch)
- 400 gJagdwurst oder Fleischwurst
- 2Zwiebeln
- 2Knoblauchzehen
- 4Gewürzgurken (etwa 200 g)
- 100 mlGurkenwasser aus dem Glas
- 1 GlasLetscho (etwa 350 g)
- 1,5 lFleischbrühe
- 2 ELÖl zum Anbraten
- 1 TLPaprikapulver, edelsüß
- 1Lorbeerblatt
- 1 PriseSalz
- 1 PrisePfeffer
- 2 ELKetchup zum Andicken, nach Bedarf
Zum Servieren
- 150 gsaure Sahne, Schmand oder Crème fraîche
- 1Zitrone, in Scheiben
- 2 ELKapern
Zubereitung
- Zutaten schneiden. Fleisch, Wurst, Zwiebeln und Gewürzgurken in kleine Würfel schneiden, Knoblauch fein hacken.
- Anbraten. Fleisch und Wurst im Öl in einem großen Topf anbraten. Zwiebeln, Knoblauch und Gurken dazugeben und kurz mitbraten.
- Ablöschen. Mit dem Letscho ablöschen, Brühe und Gurkenwasser zugießen.
- Würzen und köcheln. Mit Paprikapulver, Lorbeer, Salz und Pfeffer würzen und 20 bis 30 Minuten köcheln lassen. Nach Bedarf mit Ketchup andicken.
- Anrichten. Lorbeerblatt entfernen. Die Soljanka in Teller füllen und mit einem Klecks saurer Sahne, einer Zitronenscheibe und ein paar Kapern servieren.
Woher Soljanka kommt
Soljanka stammt aus der osteuropäischen Küche, der Name kommt aus dem Russischen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hieß das Gericht dort Seljanka, von seló, „Dorf“: Gemeint war ein Bauernessen, eine warme Brühe aus verschiedenem Fleisch, Kohl, Lauch und Gurken. Zum Namen Soljanka trug wohl das russische Wort sol’ für „Salz“ bei, denn in das Gericht kamen viele salzig eingelegte Zutaten. Im Deutschen hieß um 1900 zunächst ein überbackener Schmortopf aus Sauerkraut und Fleisch so, erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts die Suppe mit Fleisch oder Fisch, Gemüse und saurer Sahne.
Typisch ist der säuerlich-scharfe Geschmack, der durch eingelegtes Gemüse und Gurkenlake entsteht. In der DDR war die Fleischsoljanka mit Wurst, Gewürzgurken und Letscho weit verbreitet und eignete sich gut zur Resteverwertung. Letscho ist ein Schmorgericht aus Paprika, Tomaten und Zwiebeln und wird im Glas verkauft. Ebenfalls aus der ostdeutschen Küche: Beamtenstippe und Tote Oma.
Beilagen und Varianten
Zu Soljanka passen Roggenbrot, Schwarzbrot oder Baguette. Eine Variante wird mit Sauerkraut gekocht, das du nach dem Anbraten zusammen mit dem Letscho zugibst. Statt Ketchup kannst du die Suppe mit einem Esslöffel Tomatenmark andicken. Am nächsten Tag schmeckt Soljanka oft noch besser, weil die Zutaten durchgezogen sind.