Sehtest beim Kleinkind

Kurzantwort

Das Sehen wird bei den Früherkennungsuntersuchungen von Anfang an geprüft; den ersten Sehtest mit Bildern, für jedes Auge einzeln, gibt es bei der U7a mit knapp drei Jahren. Augen- und Kinderärzte empfehlen zusätzlich eine augenärztliche Untersuchung für alle Kinder mit zwei bis drei Jahren, bei erhöhtem Risiko schon mit sechs bis neun Monaten.

Sehtest bei den U-Untersuchungen

Bei jeder Früherkennungsuntersuchung schaut die Kinderärztin oder der Kinderarzt auch auf die Augen. Was genau geprüft wird, legt die Kinder-Richtlinie fest:

UntersuchungZeitraumWas an den Augen geprüft wird
U2, U33. bis 10. Lebenstag, 4. bis 5. LebenswocheAugen anschauen, Durchleuchten auf Trübungen etwa der Linse
U4 bis U63. bis 12. Lebensmonatzusätzlich Brückner-Test: beide Augen werden im Vergleich durchleuchtet, das zeigt etwa Schielen, Trübungen oder unterschiedliche Fehlsichtigkeit; folgt der Blick einem Gegenstand?
U721. bis 24. LebensmonatBrückner-Test, Pupillen, Kopfhaltung
U7a34. bis 36. Lebensmonaterster Sehtest mit Bildern in drei Metern Abstand, jedes Auge einzeln; Test auf räumliches Sehen und Schielen
U8, U946. bis 48. und 60. bis 64. LebensmonatSehtest wie bei der U7a, auch mit Sehzeichen wie E-Haken oder Landoltringen
Nach §§ 6 bis 12 der Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses; U2 und U3 nach den Untersuchungsinhalten dort.

Wann Kinder zum Augenarzt sollten

In den ersten Lebensjahren reift das Sehen entscheidend heran. Wird eine Sehschwäche in dieser Zeit entdeckt, lässt sie sich in der Regel vollständig beheben; oft genügt eine Brille oder ein Pflaster über dem gesunden Auge für einige Stunden am Tag. Wird sie erst im Schulalter erkannt, gelingt das meist nicht mehr, und das Auge bleibt schwach.

Augen- und Kinderärzte empfehlen deshalb eine augenärztliche Untersuchung für alle Kinder mit zwei bis drei Jahren. Kinder mit erhöhtem Risiko sollten schon mit sechs bis neun Monaten untersucht werden, etwa nach einer Frühgeburt, bei erblichen Augenerkrankungen in der Familie oder wenn Eltern oder Geschwister schielen oder stark fehlsichtig sind.

Ein zusätzlicher Sehtest für alle Kinder gehört nicht zu den Früherkennungsuntersuchungen: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat ein solches Screening geprüft und nicht eingeführt. Einige Krankenkassen bezahlen eine zusätzliche Untersuchung freiwillig, frag bei deiner Kasse nach. Bei Auffälligkeiten überweist dich die Kinderarztpraxis in eine augenärztliche Praxis.

Warnzeichen für eine Sehstörung

Geh in die Kinder- oder Augenarztpraxis, wenn dir eines davon auffällt:

  • Dein Baby schielt mit sechs Monaten noch oft.
  • Dein Kind blinzelt oft, reibt sich die Augen oder kneift sie zusammen.
  • Es hält den Kopf ständig schräg, oder die Augen zittern.
  • Die Hornhaut ist trüb, die Pupille grau-weißlich, die Augen sind groß und lichtscheu, oder ein Lid verdeckt das Auge.
  • Dein Kind verwechselt Farben wie Rot und Grün.
  • Die Augen sind entzündet.

Bei älteren Kindern können auch Unlust beim Malen und Ausschneiden, ungeschicktes oder ängstliches Verhalten, schnelles Ermüden und häufige Kopfschmerzen auf einen Sehfehler hinweisen.

Wie sich das Sehen entwickelt

Mit einem Jahr hat ein Kind etwa die Hälfte der Sehschärfe eines Erwachsenen. Im zweiten und dritten Lebensjahr nimmt sie noch deutlich zu. Das räumliche Sehen entspricht mit etwa neun Jahren dem eines Erwachsenen.

Zeit im Freien tut den Augen gut: Nach einer Stellungnahme der augenärztlichen Fachgesellschaften ist ein Aufenthalt draußen von mindestens zwei Stunden am Tag mit einem geringeren Risiko für Kurzsichtigkeit verbunden.

Häufige Fragen

Wann wird bei Kindern ein Sehtest gemacht?

Bei den U-Untersuchungen wird das Sehen von Anfang an geprüft. Den ersten Sehtest mit Bildern, für jedes Auge einzeln, gibt es bei der U7a mit knapp drei Jahren.

Sollte jedes Kind zum Augenarzt?

Augen- und Kinderärzte empfehlen eine augenärztliche Untersuchung für alle Kinder mit zwei bis drei Jahren, bei erhöhtem Risiko schon mit sechs bis neun Monaten.

Kann man eine Sehschwäche beim Kind behandeln?

Ja. Wird sie in den ersten Lebensjahren entdeckt, lässt sie sich meist vollständig beheben, oft mit einer Brille oder durch Abkleben des gesunden Auges. Je älter das Kind ist, desto schwieriger wird es.

Mehr zur Gesundheit

Wann du dich beraten lassen solltest

  • Schielen, schräge Kopfhaltung, Augenzittern, eine weißliche Pupille oder andere Warnzeichen: die Kinder- und Jugendarztpraxis oder direkt eine augenärztliche Praxis.
  • Ob deine Kasse einen zusätzlichen Sehtest bezahlt: deine Krankenkasse.

Quellen

  1. BehördeSehstörungen bei Kindern erkennen · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 5.3.2026
  2. BehördeDie Entwicklung des Sehvermögens · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) · Stand 13.3.2026
  3. BehördeKinder-Richtlinie · §§ 6 bis 12 (U4 bis U9) · Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) · Stand 1.1.2026
  4. BehördeKinder-Richtlinie: Nicht-Änderung – Früherkennungsuntersuchung von Sehstörungen bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres · Beschluss · Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) · Stand 16.7.2015
  5. FachgesellschaftEmpfehlungen bei progredienter Myopie im Kindes- und Jugendalter · Stellungnahme · Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), Bielschowsky-Gesellschaft · Stand 1.6.2022

Aktualisiert am 5.10.2026 · Geprüft am 4.10.2026 · Elternweiser

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