Weckmänner sind Männer aus süßem Hefeteig mit Rosinenaugen, im Rheinland typisch zu St. Martin, Nikolaus und Weihnachten. Der Teig aus 500 g Mehl, Milch, Hefe, Zucker, Butter und Ei reicht für 6 Stück und backt etwa 18 Minuten bei 180 °C. Direkt zum Rezept

Zutaten
Teig
- 500 g Weizenmehl (Type 405 oder 550)
- 200 ml Milch
- 1 Würfel frische Hefe (42 g)
- 70 g Zucker
- 90 g weiche Butter
- 1 Ei
- 1 Prise Salz
Zum Verzieren
- 1 Eigelb
- 1 EL Milch
- 30 g Rosinen
- 1 EL Hagelzucker (nach Wunsch)
- 6 Tonpfeifen (nach Wunsch)
Zubereitung
Teig
- Hefe ansetzen. Die Milch lauwarm erwärmen, die Hefe hineinbröseln, 1 TL vom Zucker dazugeben, verrühren und 5 Minuten stehen lassen.
- Teig kneten. Mehl, restlichen Zucker, Salz, Ei und Butter in eine Schüssel geben, die Hefemilch zugießen und alles 5 bis 8 Minuten von Hand oder mit den Knethaken zu einem glatten, weichen Teig kneten. Klebt er sehr, etwas Mehl dazugeben.
- Gehen lassen. Den Teig abdecken und an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen, bis er ungefähr doppelt so groß ist.
Formen
- Teig teilen. Den Teig kurz durchkneten und in 6 gleich große Stücke teilen, je etwa 150 g.
- Männer formen. Jedes Stück zu einer flachen Rolle von etwa 20 cm Länge formen. Etwa 5 cm unter dem oberen Ende mit der Handkante eine Taille für den Hals eindrücken, so entsteht der Kopf. Unten von der Mitte aus etwa 7 cm einschneiden und die Beine leicht spreizen. Links und rechts unter dem Kopf schräg je einen Arm einschneiden und etwas abspreizen. Die Männer mit Abstand auf ein Blech mit Backpapier legen.
- Gesicht und Knöpfe. Rosinen als Augen und Knöpfe tief in den Teig drücken, damit sie beim Backen nicht herausfallen. Wer mag, steckt eine Tonpfeife unter einen Arm.
Backen
- Noch einmal gehen lassen. Die Weckmänner abgedeckt 20 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen (Umluft 160 °C).
- Bestreichen und backen. Eigelb mit Milch verquirlen, die Weckmänner damit bestreichen und nach Wunsch mit Hagelzucker bestreuen. 15 bis 20 Minuten goldbraun backen und auf einem Gitter abkühlen lassen.
Weckmann, Stutenkerl, Klausenmann: ein Gebäck, viele Namen
Der Mann aus Hefeteig heißt in jeder Gegend anders. Weckmann sagt man vor allem im Rheinland. Stutenkerl ist im Osten des Rheinlands und in Westfalen gebräuchlich, dort auch Kloos, Klauskerl oder Stuttemännes. „Stuten“ ist ein altes niederdeutsches Wort für ein längliches Kuchenbrot. Im Norden Nordrhein-Westfalens heißt er auch Piepenkerl oder Pfeifenmann, in Viersen und Mönchengladbach wegen seines dicken Bauchs Buckmann.
In Baden-Württemberg backt man den Klausenmann, in Niedersachsen auch den Klaaskerl, in Südhessen, der Pfalz und Nordbaden den Dambedei. In Österreich und Teilen Süddeutschlands heißt er Krampus, in der Schweiz Grittibänz.
Wann es Weckmänner gibt
Im Rheinland gehört der Weckmann zu St. Martin, Nikolaus und Weihnachten. In Westfalen gibt es Stutenkerle meist zum Martinstag am 11. November oder zum Nikolaustag am 6. Dezember. Nach dem Laternenumzug bekommen die Kinder vielerorts einen Weckmann, mehr dazu auf der Seite zum Martinstag.
Warum der Weckmann eine Pfeife hat
Typisch ist eine kleine Tonpfeife, die beim Backen im Teig steckt. Nach der Gesellschaft für deutsche Sprache trug der Weckmann früher stattdessen einen Bischofsstab, wie ihn der heilige Nikolaus als Bischof trägt. Warum daraus eine Pfeife wurde, ist nicht sicher geklärt. Möglicherweise lag es daran, dass es nach der Reformation in protestantischen Gegenden keine Bischöfe mehr gab.
Tonpfeife und kleine Kinder
Die Tonpfeife wird nicht mitgegessen. Für Kinder unter vier Jahren nimmst du sie vor dem Essen heraus oder backst den Weckmann gleich ohne Pfeife. Kinder in diesem Alter nehmen gern Gegenstände in den Mund, und alles, was kleiner als ein Tischtennisball ist, können sie verschlucken.
Weckmänner mit Kindern backen
Beim Formen können schon kleine Kinder mithelfen: Teig rollen, Rosinen als Augen und Knöpfe eindrücken, mit Eigelb bestreichen. Die Arme und Beine schneidet ein Erwachsener ein, den heißen Ofen bedient ebenfalls ein Erwachsener. Rohen Teig sollten Kinder nicht naschen. Mehl kann Keime wie bestimmte Escherichia-coli-Bakterien enthalten, die erst beim Backen abgetötet werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb grundsätzlich davon ab, ungebackenen Teig zu essen, kleinen Kindern ganz besonders.
Varianten
Statt Rosinen gehen auch Schokotropfen für Augen und Knöpfe. Ohne Hagelzucker wird der Weckmann weniger süß. Der Teig enthält Gluten, Ei und Milch.
Quellen
- Behörde Weckmann (Wortkarte Regiolekt) · Landschaftsverband Rheinland (LVR), Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte · abgerufen 13.10.2026
- Behörde Adventszeit im Archiv für Alltagskultur in Westfalen oder: Wie sieht eigentlich ein Stutenkerl aus? · Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Kommission Alltagskulturforschung · Stand 3.12.2019
- Fachgesellschaft Von Nikolaus, Weckmann und Stutenkerl · Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) · Stand 5.12.2024
- Fachgesellschaft Stuten · Etymologie · Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS), Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften · abgerufen 13.10.2026
- Behörde Escherichia coli in Mehl und Teig: Was ist wichtig für einen Genuss ohne Reue? · Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · Stand 15.1.2024
- Behörde Erstickungsgefahr von Kleinkindern durch Nüsse (Pressemitteilung 37/2009) · Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · Stand 22.12.2009
- Fachgesellschaft Ersticken · Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. · abgerufen 13.10.2026