Schulranzen: Wie schwer darf er sein?

Kurzantwort

Eine gesetzliche Höchstgrenze für das Gewicht des Schulranzens gibt es nicht. Die Unfallkassen nennen als Richtwert für den vollen Ranzen höchstens 10 % des Körpergewichts und für den leeren Ranzen höchstens 1,2 kg.

Richtwert: ein Zehntel des Körpergewichts

Wie schwer ein voller Schulranzen sein darf, schreibt kein Gesetz vor. Die Unfallkassen der Länder geben einen Richtwert: Ein Schulranzen mit 10 % des Körpergewichts gilt als unbedenklich. Dabei sollen auch Größe und körperliche Verfassung des Kindes berücksichtigt werden. Das Gewicht des leeren Schulranzens zählt mit.

Körpergewicht des KindesVoller Schulranzen höchstens
20 kg2 kg
25 kg2,5 kg
30 kg3 kg
35 kg3,5 kg
Gerechnet mit dem Richtwert der Unfallkassen (ein Zehntel des Körpergewichts), einschließlich Leergewicht.

Der Wert ist eine Faustregel, kein wissenschaftlich begründeter Grenzwert. Die Landesregierung Brandenburg hat die bisherigen Empfehlungen zum Schulranzengewicht als „wissenschaftlich nicht belegbar“ bezeichnet. Ob ein Ranzen zu schwer ist, hängt auch von der Länge des Schulwegs, vom Sitz des Ranzens und davon ab, wie viel sich dein Kind sonst bewegt.

Leergewicht und richtig packen

Je leichter der leere Schulranzen, desto mehr Platz bleibt für Bücher und Hefte. Die Unfallkassen empfehlen ein Leergewicht von höchstens 1,2 kg.

  • Jeden Tag nach Stundenplan packen, nur das einpacken, was gebraucht wird.
  • Spielzeug und andere überflüssige Dinge zu Hause lassen.
  • Mit der Lehrkraft klären, ob Bücher und Hefte in der Schule bleiben können.
  • Schwere Sachen wie Bücher und die Trinkflasche dicht am Rücken verstauen.

Sitz und Gurte

Richtig sitzt der Schulranzen, wenn er im oberen Bereich der Wirbelsäule am Rücken anliegt. Er soll nicht zu tief hängen, aber auch nicht über die Schultern hinausragen. So empfiehlt es die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Getragen wird er auf dem Rücken, nicht in der Hand oder über einer Schulter, weil die einseitige Last zu einer schiefen Haltung führt.

  • Schultergurte mindestens 40 mm breit, gepolstert und verstellbar.
  • Ein Brustgurt, damit die Gurte nicht von den Schultern rutschen.
  • Ein körpergerecht geformtes, gepolstertes Rückenteil.
  • Fächer so aufgeteilt, dass Schweres nah am Rücken liegt.
  • Den Schulranzen gemeinsam mit dem Kind aussuchen und gefüllt probetragen.

Sichtbarkeit: was die DIN 58124 verlangt

Die Norm DIN 58124 „Schulranzen – Anforderungen und Prüfung“ legt fest, wie ein Schulranzen gebaut und geprüft wird, damit er gut sichtbar, gut zu tragen und haltbar ist. Für die Sichtbarkeit auf dem Schulweg gilt:

  • Mindestens 20 % der Flächen an Vorder- und Seitenteilen sind fluoreszierend, also leuchtend orange-rot oder gelb. Sie fallen am Tag und in der Dämmerung auf.
  • Mindestens 10 % der Flächen an Vorder- und Seitenteilen sind retroreflektierend. Sie werfen das Scheinwerferlicht im Dunkeln zurück.

Ob ein Schulranzen die Norm erfüllt, erkennst du am Hinweis „entspricht DIN 58124“. Was ein Schulranzen und die übrige Ausstattung für den Schulstart kosten, steht auf der Seite Schulbedarf.

Häufige Fragen

Wie schwer darf ein Schulranzen in der ersten Klasse sein?

Als Faustregel höchstens ein Zehntel des Körpergewichts, einschließlich des Ranzens selbst. Bei einem Kind mit 20 Kilogramm sind das rund 2 Kilogramm.

Gibt es eine Vorschrift für das Gewicht des Schulranzens?

Nein. Ein Höchstgewicht steht in keinem Gesetz. Es gibt nur den Richtwert der Unfallkassen. Die Norm DIN 58124 regelt vor allem Sichtbarkeit, Trageeigenschaften und Haltbarkeit.

Woran erkenne ich einen guten Schulranzen?

Am Hinweis „entspricht DIN 58124“, an breiten, gepolsterten und verstellbaren Schultergurten mit Brustgurt, an einem geformten Rückenteil und an einem geringen Leergewicht. Am besten probiert dein Kind den Ranzen gefüllt an.

Mehr zur Schule

Wann du dich beraten lassen solltest

  • Dein Kind klagt über Rücken- oder Nackenschmerzen oder hält sich auffällig schief: eine Kinder- und Jugendarztpraxis.
  • Der Ranzen ist dauerhaft zu schwer, weil viele Bücher mitmüssen: die Klassenlehrkraft oder die Elternvertretung, damit die Schule Ablagemöglichkeiten schafft.

Quellen

  1. BehördeSchulranzen · Sichere Schule, Lernraum/Unterrichtsraum · Unfallkasse Nordrhein-Westfalen · abgerufen 29.9.2026
  2. BehördeSchulranzen: sichtbar, ergonomisch und funktional · DGUV Information 202-109 · Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung · Stand 1.2.2020
  3. FachgesellschaftDIN 58124:2018-10 Schulranzen – Anforderungen und Prüfung · DIN 58124:2018-10 · DIN Deutsches Institut für Normung · Stand 1.10.2018
  4. BehördeAntwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 1930: Vorgaben für Schulranzen · Drucksache 6/4898, zu Frage 1 und 2 · Landtag Brandenburg · Stand 22.8.2016

Aktualisiert am 5.10.2026 · Geprüft am 29.9.2026 · Elternweiser

Unter Zuhilfenahme von KI-Werkzeugen erstellt · So arbeiten wir · Fehler melden