Kita-Eingewöhnung

Kurzantwort

Die Kita-Eingewöhnung ist die Zeit, in der ein Elternteil das Kind in der Kita begleitet, bis es eine Fachkraft als sichere Bezugsperson angenommen hat und sich von ihr trösten lässt. Nach dem Berliner Modell dauert sie meist etwa eine bis drei Wochen, nach dem Münchner Modell eher drei bis vier Wochen.

Wozu die Eingewöhnung da ist

In der Eingewöhnung lernt dein Kind die Kita, die Gruppe und vor allem eine Fachkraft kennen, während du als sichere Basis dabei bist. Erst wenn das Kind sich von dieser Fachkraft trösten lässt, gilt die Kita-Eingewöhnung als abgeschlossen (nifbe). Kinder brauchen dafür unterschiedlich lange; Rückschritte, etwa nach Krankheit oder Urlaub, sind normal. Wann ein Kind mit Hautausschlag wieder in die Kita darf: Hautkrankheiten bei Kindern.

Eingewöhnung nach dem Berliner Modell

  1. Grundphase, drei Tage: Ein Elternteil kommt mit dem Kind für ein bis zwei Stunden in die Kita und bleibt im Gruppenraum. Du verhältst dich eher passiv, das Kind entscheidet, wann es sich entfernt.
  2. Erster Trennungsversuch am vierten Tag: Du verabschiedest dich und verlässt den Raum für kurze Zeit. Lässt sich das Kind von der Fachkraft beruhigen, kann die Trennung auf bis zu 30 Minuten wachsen; das spricht für eine kürzere Eingewöhnung. Weint es untröstlich, kommst du nach zwei bis drei Minuten zurück, und der nächste Versuch folgt erst in der zweiten Woche.
  3. Stabilisierung: Die Fachkraft übernimmt nach und nach Wickeln, Füttern und Trösten, die Zeiten ohne dich werden länger.
  4. Schlussphase: Du bist nicht mehr in der Kita, aber jederzeit erreichbar.

Eine kürzere Eingewöhnung nach dem Berliner Modell dauert etwa sechs Tage, eine längere zwei bis drei Wochen (nifbe). Wie lange es bei deinem Kind dauert, entscheidet die Kita nach dem ersten Trennungsversuch gemeinsam mit dir.

Eingewöhnung nach dem Münchner Modell

Das Münchner Eingewöhnungsmodell nimmt sich mehr Zeit und bezieht die Kindergruppe bewusst ein. Es hat fünf Phasen: Vorbereitung, Kennenlernen, Sicherheit, Vertrauen und eine gemeinsame Auswertung. In der Kennenlernphase, meist etwa eine Woche, sind Kind und Elternteil gemeinsam im Kita-Alltag dabei; ein erster Trennungsversuch findet frühestens am sechsten Tag statt. Insgesamt dauert die Eingewöhnung meist drei bis vier Wochen (KiTa Fachtexte, nifbe).

Eingewöhnung in der Gruppe: das Tübinger Modell

Beim Tübinger Modell werden drei bis fünf Kinder gemeinsam eingewöhnt, begleitet von mindestens zwei Fachkräften. Die Trennung beginnt erst, wenn ein Kind zeigt, dass es die Fachkräfte als sichere Basis annimmt; in der Regel dauert das etwa zwei Wochen (KiTa Fachtexte). Welches Modell deine Kita nutzt, steht meist in ihrer pädagogischen Konzeption.

Woran du erkennst, dass die Eingewöhnung gelungen ist

  • Dein Kind lässt sich nach dem Abschied von der Fachkraft trösten und beruhigt sich.
  • Es spielt wieder, erkundet den Raum und nimmt Kontakt zu anderen Kindern auf.
  • Es isst und schläft in der Kita.

Diese Zeichen nennen die Fachbeiträge zum Berliner und Münchner Modell (nifbe, KiTa Fachtexte). Weinen beim Abschied allein spricht nicht gegen eine gelungene Kita-Eingewöhnung, wenn sich das Kind danach schnell beruhigt.

Die Eingewöhnung vorbereiten

  • Trennung üben: Dein Kind verbringt schon vorher Zeit bei Großeltern oder Freunden, ohne dich.
  • Vertrauter Gegenstand: Ein Kuscheltier oder Tuch von zu Hause gibt in der neuen Umgebung Sicherheit.
  • Kurzer, fester Abschied: Ein gleichbleibendes Ritual hilft; eine kurze Verabschiedung ist besser als eine lange. Geh nie heimlich.
  • Zeit einplanen: Plane die Rückkehr in den Job erst nach der Eingewöhnung ein und halte dir einige Wochen frei. Mehr dazu unter Elternzeit planen.

Die Hinweise zu Abschied und Ritual stammen aus dem Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP). Deine eigene Unsicherheit spürt das Kind; sprich offene Fragen deshalb vorher mit der Kita-Leitung oder der Bezugsfachkraft.

Wenn dein Kind nicht in die Kita will

Angst vor der Kita entsteht oft in der Eingewöhnung, wenn sie zu schnell oder zu früh beginnt. Später können Streit in der Gruppe, Probleme mit einer Fachkraft oder Kleinigkeiten wie die Toilette in der Kita der Grund sein. Sprich in Ruhe mit deinem Kind, was es bedrückt, und such das Gespräch mit den Fachkräften. Ändert sich nichts, bezieh die Kita-Leitung ein.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Eingewöhnung in der Kita?

Nach dem Berliner Modell meist etwa eine bis drei Wochen, nach dem Münchner Modell eher drei bis vier Wochen. Wie lange es bei deinem Kind dauert, hängt davon ab, wie es auf die ersten Trennungen reagiert.

Wann ist die Eingewöhnung abgeschlossen?

Wenn dein Kind die Fachkraft als sichere Basis angenommen hat und sich von ihr trösten lässt. Dann bist du nicht mehr in der Kita, bleibst aber erreichbar.

Was tun, wenn das Kind beim Abschied weint?

Verabschiede dich kurz und immer auf dieselbe Weise und geh dann. Beruhigt sich dein Kind bei der Fachkraft schnell, ist das ein gutes Zeichen. Weint es lange und lässt sich nicht trösten, sprich mit der Kita darüber, die Eingewöhnung zu verlängern.

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Wann du dich beraten lassen solltest

  • Dein Kind hat über Wochen große Angst vor der Kita, schläft schlecht oder hat Bauchschmerzen vor dem Bringen: zuerst die Kita-Leitung, dann eine Erziehungsberatungsstelle; bei körperlichen Beschwerden die Kinderarztpraxis.

Quellen

  1. FachgesellschaftEingewöhnung: Modelle und Rahmenbedingungen · Rahel Dreyer · Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) · Stand 7.5.2014
  2. FachgesellschaftBerliner Eingewöhnungsmodell · Katja Edelmann · Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) · Stand 23.1.2012
  3. FachgesellschaftDas Münchener Eingewöhnungsmodell · Anna Winner, S. 8–11 · KiTa Fachtexte · Stand 7.5.2015
  4. FachgesellschaftDie Eingewöhnung in der Peer – Das Tübinger Modell · Heike Fink, S. 8–9 · KiTa Fachtexte · abgerufen 29.9.2026
  5. BehördeEingewöhnung in die Kita · Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP), Familienhandbuch · abgerufen 29.9.2026

Aktualisiert am 5.10.2026 · Geprüft am 4.10.2026 · Elternweiser

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