Folsäure bei Kinderwunsch: ab wann und wie viel?

Kurzantwort

Frauen mit Kinderwunsch sollen zusätzlich zur Ernährung ein Folsäure-Präparat einnehmen, am besten ab dem Kinderwunsch, mindestens aber 4 Wochen vor der Empfängnis und bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche. Folsäure senkt das Risiko für Neuralrohrdefekte beim Kind.

Wie viel Folsäure?

Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt: Das Präparat soll 400 µg Folsäure am Tag oder äquivalente Mengen anderer Folate enthalten. Die Folsäure kann allein oder zusammen mit anderen Mikronährstoffen eingenommen werden; entscheidend ist, dass das Präparat die empfohlene Menge enthält.

Wer mit der Folsäure nicht mindestens 4 Wochen vor der Empfängnis begonnen hat, soll laut der Empfehlung 800 µg Folsäure pro Tag bzw. eine äquivalente Menge anderer Folate bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche einnehmen.

Mehr hilft nicht mehr: Bis zu 1000 µg Folsäure am Tag aus Präparaten und angereicherten Lebensmitteln gelten nach der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit als gesundheitlich unbedenklich.

Warum Folsäure bei Kinderwunsch?

Folsäure vor und in der Schwangerschaft senkt nachweislich das Risiko für angeborene Fehlbildungen wie Neuralrohrdefekte, die Gehirn und Rückenmark des Kindes betreffen können. Am häufigsten ist die Spina bifida, der „offene Rücken“. Weil sich das Neuralrohr sehr früh schließt, oft bevor eine Frau von der Schwangerschaft weiß, muss die Folsäure schon vorher beginnen. Nur 3 bis 4 von 100 Frauen zwischen 18 und 49 Jahren erreichen in Deutschland die Folat-Versorgung, die die Weltgesundheitsorganisation zum Schutz vor Neuralrohrdefekten empfiehlt.

Folat aus Lebensmitteln

Folat steckt vor allem in grünem Blattgemüse wie Spinat, Feldsalat und Kohl, außerdem in Tomaten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Eiern und Vollkornprodukten. Licht, Luft und Wärme schaden dem Vitamin, deshalb Gemüse frisch und schonend zubereiten. Folsäure-Tabletten ersetzen die Ernährung nicht, sie ergänzen sie. Die Empfehlung, Folsäure bei Kinderwunsch einzunehmen, gilt unabhängig davon, wie du dich ernährst.

Vorerkrankungen und Medikamente

Hast du eine Vorerkrankung oder nimmst du regelmäßig Medikamente, sprich vor der Einnahme mit deiner Frauenarztpraxis. Dort erfährst du auch, was gilt, wenn du erst spät mit der Folsäure beginnst.

Häufige Fragen

Ab wann Folsäure bei Kinderwunsch?

Am besten ab dem Kinderwunsch, mindestens aber vier Wochen vor der Empfängnis.

Wie lange muss man Folsäure nehmen?

Bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche.

Schadet zu viel Folsäure?

In der empfohlenen Menge nicht. Als unbedenklich gelten bis zu 1.000 µg am Tag aus Präparaten und angereicherten Lebensmitteln; empfohlen sind 400 µg.

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Wann du dich beraten lassen solltest

  • Vorerkrankungen, regelmäßige Medikamente oder später Beginn: die Frauenarztpraxis.
  • Welches Präparat die empfohlene Menge enthält: die Apotheke.

Quellen

  1. BehördeFolsäure bei Kinderwunsch und Schwangerschaft: wann und wie viel? · Netzwerk Gesund ins Leben (Bundeszentrum für Ernährung) · Stand 7.8.2026
  2. BehördeHandlungsempfehlungen: Supplement Folsäure · Netzwerk Gesund ins Leben (Bundeszentrum für Ernährung) · Stand 6.7.2026

Aktualisiert am 5.10.2026 · Geprüft am 2.10.2026 · Elternweiser

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